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Segeberg Nur Hausbesuche sind nicht möglich
Lokales Segeberg Nur Hausbesuche sind nicht möglich
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17:33 11.01.2010
Bad Segeberg

Den ebenfalls 71-jährigen Berufskollegen Dr. Peter Fink aus Wahlstedt hat Denker als Mitstreiter gewonnen. Beide wollen unter dem Vereinsdach der gemeinnützigen Segeberger Tafel am Mittwoch, 20. Januar, mit ihrer Basis-Medizin ohne Anmeldung und ohne Ausweis-Vorlage loslegen. Hausbesuche seien in der Regel aber nicht leistbar, bedauern die beiden.

Zunächst werden die wöchentlichen Gratis-Sprechstunden (mittwochs von 15 bis 17 Uhr) an der Lübecker Straße 14 abgehalten, bis im Frühjahr der Umzug auf ein von der Tafel langfristig angemietetes Areal an der Efeustraße 1 vollzogen ist. Dort soll ein ausgedienter Schul-Container im Garten als Praxis eingerichtet werden. Denker ist dankbar für die Zwischenlösung bei der Wohlfahrtsorganisation AWO.

So werde in der AWO-Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen, die Sabine Ivert-Klinke leitet, auch häufig fachlicher medizinischer Rat gebraucht. „Da ist die Zusammenarbeit mit den Ärzten eine gute Ergänzung“, urteilte sie.

Denker ist froh, dass sich weitere Unterstützer für sein Projekt engagieren. So hat er gerade von einer früher bei den Segeberger Kliniken beschäftigten Ärztin aus Bad Schwartau ein Angebot erhalten: Die Internistin will Herz-Kreislauf-Untersuchungen übernehmen. Gerät für Elektrokardiogramme (EKG), Ultraschall-Untersuchungen und Laborgeräte seien bereits vorhanden, berichtete Denker.

Überschüssige Medikamente zur Behandlung Mittelloser stellen ihm zunächst Apotheken, Altenheime und andere Einrichtungen zur Verfügung. Geplant ist, Arzneien künftig auch vom Verein „Medikamentenhilfe für Menschen in Not“ in Aumühle gespendet zu bekommen. Er verschickt nach Angaben des Mediziners schon seit Jahren gespendete Medikamente an ein Kreiskrankenhaus in Bulgarien.

Für Untersuchungen will Denker das Zentrallabor in Lübeck in Anspruch nehmen, mit dem er schon in seiner früheren Praxiszeit zusammengearbeitet hatte und das seine Dienste ebenfalls unentgeltlich zur Verfügung stellt. Auch habe sich schon eine Reihe von Arzthelferinnen gemeldet, die ohne Bezahlung in der „Praxis ohne Grenzen“ assistieren wollen.

Das medizinische Sozialprojekt in Zusammenwirken mit der Tafel in Bad segeberg - mit rund 700 Mitgliedern die größte bundesweit - ist in dieser Konstellation einmalig. Die Idee hatte Denker, auch Vorsitzender des 2001 gegründeten Vereins Gesundheitsforum Bad Segeberg, vor rund vier Jahren. Als praktizierende Arzt hatte er die traurige Erkenntnis gewonnen, „dass sich viele Menschen weder 10 Euro Praxisgebühr noch die Zuzahlungen für Medikamente leisten können“. Auch berichteten ihm Ärzte-Kollegen und Apotheker im Segeberger Gesundheitsforum von einer steigenden Zahl mittelloser Patienten. Das müssen nicht nur Empfänger staatlicher Leistungen aus Hartz IV und Bedürftige ohne Krankenversicherungsmitgliedschaft wie Obdachlose sein. Als vorrangige Klientel erwartet Denker insbesondere insolvent gewordene Kleinunternehmer wie Handwerker, die sich nicht einmal Krankenkassen-Beiträge mehr leisten können und bis zur Rückzahlung ihrer Schulden bei der Krankenkasse kein Leistungsbezugsrecht haben.

Denkers Vorschlag war beim Vorstand der Segeberger Tafel, in dem sein Ehefrau Christa mitwirkt, auf offene Ohren gestoßen: „Das passt wirklich gut zusammen“, betonte er gestern, „sie gibt kostenlos Lebensmittel aus, und wir Mediziner geben unentgeltlich Mittel zum Leben aus.“ Das sieht Herdis Hagemann als Vorsitzende der seit fast elf Jahren bestehenden Tafel ebenso. Sie sorgte dafür, dass das Angebot unentgeltlicher ärztlicher Behandlung in die Vereinssatzung aufgenommen wurde.

Zunächst arbeitet Denker in der Anlaufphase im Wechsel mit seinem Kollegen Fink mit der medizinischen Ausrüstung aus seiner Ärztetasche. Nach dem Umzug in den 70 Quadratmeter großen Container auf dem neuen Tafel-Gelände im Gewerbegebiet kann das Untersuchungs- und Behandlungsprogramm ausgeweitet werden. Dafür hat Denker noch eine lange Ausstattungswunschliste und hofft auf bereitwillige Spender. Erreichbar ist er unter seiner Bad Segeberger Wohnanschrift am Konrad-Adenauer-Ring 18 (Telefon 04551/83677; E-Mail: dr.uwe.denker@t-online.de).

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