Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Segeberg Kreis soll in Busverkehr investieren
Lokales Segeberg Kreis soll in Busverkehr investieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:55 14.09.2018
Von Gerrit Sponholz
Der Kreis prüft, die Gemeinden und Städte zu entlasten und möglicherweise die Kosten für die Schüler- und Stadtverkehre zu übernehmen. Quelle: Gerrit Sponholz
Kreis Segeberg

Es wäre eine kleine Revolution im Busverkehr, die von der Kreispolitik diskutiert wird. Claudius Mozer von der SVG Südwestholstein ÖPNV-Verwaltungsgemeinschaft, der Busplaner im Auftrag des Kreises, hat ein neues Konzept vorgeschlagen. Für zwei Millionen Euro pro Jahr zusätzlich soll der Kreis den Eigenanteil der Kommunen am Schülerbusverkehr übernehmen und auch die bislang selbstständigen Stadtverkehre in Bad Segeberg, Kaltenkirchen und Bad Bramstedt finanzieren. Sie würden dann in die Kreisplanung übernommen, Segeberg hätte einen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aus einem Guss. Arne Hansen, Grünen-Fraktionschef und Vorsitzender des Kreisumweltausschusses, ist begeistert. Allerdings geht aus dem Konzept nicht hervor, ob die Fahrschüler dann noch ihre Bustickets weiterhin selbst bezahlen müssten oder nicht. Mozer ist in diesen Tagen nicht erreichbar. 

Uneinigkeit über die Übernahme der Stadtverkehre

CDU-Fraktionschef Kurt Barkowsky befürwortet dagegen eine kleinere Lösung. Der Kreis solle lediglich den Schülerverkehr voll finanzieren. Das wären jährliche Mehrkosten von 1,3 Millionen Euro. Die Stadtverkehre sollen dagegen weiter bei den Kommunen bleiben. Sie kosten allein Bad Segeberg 540.000 Euro pro Jahr, geht aus einer Aufstellung von Mozer hervor. In Kaltenkirchen wären es 170.000 Euro, in Bad Bramstedt 20.000 Euro, die der Kreis übernehmen müsste. In der Großgemeinde Henstedt-Ulzburg wird derzeit erst noch an einem stadtbusähnlichen Konzept gearbeitet. 

Mozer hält sein Gesamtkonzept für sinnvoll, für das er im Februar vom Kreisumweltausschuss einen Prüfauftrag erhalten hatte. Der Kreis, so Mozer, sollte alle Kosten übernehmen. Beim Schülerbusverkehr etwa fielen die vielen Sonderverträge und Abrechnungen zwischen Kreis und Schulträgern weg. Und würden auch die Stadtbusse vom Kreis mitfinanziert, könnten sie gut eingebunden werden in die Planung des Kreises für das gesamte Busnetz. Außerdem, so Mozer weiter, würden Ungerechtigkeiten beseitigt. Denn einige Kommunen würden den Busverkehr mitfinanzieren, andere nicht. Nicht zuletzt würden „die gewachsenen komplexen und betreuungsintensiven Strukturen entbürokratisiert und verschlankt.“ Es müsste von den Busplanern weniger verwaltet und könnte mehr gestaltet werden, etwa bei Zukunftsthemen wie E-Mobilität und dem autonomen Fahren. Den Kreis Pinneberg nennt Mozer als gutes Beispiel. Er habe sich bereits 2018 so wie von ihm für Segeberg vorgeschlagen organisiert und damit „sehr gute Erfahrungen gemacht“. 

Arne Hansen stößt ins gleiche Horn. „Es geht darum, die Gemeinden zu entlasten und alle gleich zu behandeln.“ Der Kreis sei ohnehin zuständig für den Busverkehr. Die Stadtverkehre könnten dann auch besser mit dem Umland verbunden werden. Tickets des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) würden dann überall gelten. 

Zusätzliche Ausgaben könnten mit Kreisumlage verrechnet werden

Diskutiert hatte der Kreisumweltausschuss in der vorherigen Wahlperiode über das Thema schon einmal. Der Stadt Bad Segeberg waren Gespräche zu deren Wunsch angeboten worden, der Kreis möge doch bitte ab 2022 die Kosten für den Stadtbus von einer halben Million pro Jahr übernehmen. Allerdings hatte der Kreis die Stadt auch daran erinnert, dass sie selbst 2001 aus freien Stücken vom Kreis die Aufgabe übernommen habe, den Stadtverkehr zu betreiben und auszubauen. 

Dort setzt auch CDU-Fraktionschef Kurt Barkowsky jetzt an. „Der Kreis ist nicht zuständig für guten Stadtverkehr in Bad Segeberg oder Kaltenkirchen.“ Die Städte hätten die Insellösungen gewollt. Allenfalls, wenn die Verkehre ausgedünnt würden, „kann man mal darüber reden“, Kosten zu übernehmen. Finanzieren könne der Kreis alle zusätzlichen Ausgaben über eine Verrechnung mit der Kreisumlage, die die 95 Städte und Gemeinden an den Kreis abführen müssen.

Derzeit ist die Finanzlage des Kreises aber gut. Dem Vernehmen nach erwartet er in diesem Jahr ein Millionen-Plus. 

Letzten Endes muss der Kreistag über das Konzept entscheiden. Er tagt am 27. September. 

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Segeberg Schwerkranke Djelly - Autokauf rückt näher

Für die Eltern ist es wie ein Wunder. Der Kauf eines Autos für ihre schwerkranke Tochter Djelly aus Lentföhrden rückt mit Hilfe sehr vieler Spender in greifbare Nähe.

14.09.2018

Frank Freitag ist nicht mehr Trainer der Verbandsliga-Fußballer der Kaltenkirchener TS. Dies teilte der Verein über seine Facebook-Seite mit. Dort heißt es, dass man sich nach einer gemeinsamen Analyse darauf verständigt habe, „künftig einen anderen Weg einzuschlagen“.

Markus Weber 14.09.2018

Das Netz an Stromtankstellen für Autos könnte weiter wachsen. In Leezen wird darüber nachgedacht, an einem Einkaufszentrum in der Dorfmitte eine Station einzurichten. Wenn, dann auch dank großer Zuschüsse des Kreises.

Harald Becker 13.09.2018