3 ° / 1 ° Schneeschauer

Navigation:
Zahl der Beschwerden explodiert

Pflegeheime im Kreis Segeberg Zahl der Beschwerden explodiert

Die Alten- und Pflegeheime geraten offenbar in immer größere Nöte. Die Heimaufsicht des Kreises Segeberg musste im Jahr 2016 in 128 Fällen einschreiten, weil es Beschwerden oder Missstände gegeben hatte. Im Jahr zuvor waren es nur 39 Fälle. Gerechnet hatte der Kreis nur mit zwölf „anlassbezogenen Prüfungen“.

Voriger Artikel
1000 Besucher in der Schäferberghalle
Nächster Artikel
Verdächtige nach Tankstellen-Einbruch gefasst

Ein Altenpfleger hält in einem Pflegeheim die Hand einer pflegebedürftigen Frau. So viel Zeit dafür gibt es nicht immer. In den Heimen fehlt Personal.

Quelle: Oliver Berg/dpa

Kreis Segeberg. „Der zunehmende Fachkräftemangel macht sich aufgrund einer höheren Zahl notwendiger Personalprüfungen bemerkbar und ist möglicherweise auch Grund für mehr Beschwerden“, teilte Kreispressesprecherin Sandra Kind mit. Geklagt wurde über Pflege, Abrechnungen, Hygiene und die Personalsituation. Auch der Medizinische Dienst der Krankenkassen hatten bei seinen Überprüfungen Gründe für Kritik gefunden. Außerdem stießen Prüfer beim Studium der Heimunterlagen auf Ungereimtheiten, etwa bei der Pflegedokumentation.

 Auf wie viele Heime sich die Probleme konzentrierten, konnte der Kreis nicht mitteilen. Der Aufwand, dies herauszufinden, sei zu groß. Die Betreiber von Heimen, die Probleme haben, werden vom Kreis zunächst beraten, wie sie es besser machen können. Ob die Tipps mit Erfolg umgesetzt wurden, überprüft der Kreis. Notfalls verhängt er Anordnungsbescheide, damit die Heime die Mängel abstellen. Dies war in sechs Fällen nötig, vor allem weil Personal und Fachkräfte fehlten. Werden die Fehler nicht abgestellt, droht die Zahlung eines Zwangsgeldes. Wie oft dieser Knüppel geschwungen wurde, teilte der Kreis nicht mit. Zwangsweise schließen musste die Heimaufsicht im vorigen Jahr aber keine Einrichtung. Allerdings haben zwei Betreiber von sich aus aufgegeben.

 38 Mal suchten Kreismitarbeiter Alten- und Pflegeheime zu einer Routineüberprüfung auf. Geplant waren 82 Besuche. 44 Mal „wirkten sie auf eine infektionshygienische Unbedenklichkeit hin“.

 Die Heimaufsicht litt unter der hohen Zahl an anlassbezogenen Prüfungen, geht aus einem Bericht der Kreisverwaltung hervor. Außerdem sei eine Mitarbeiterin langzeiterkrankt. Eine zusätzliche Pflegefachkraft wird eingestellt. Außerdem soll die Organisationsstruktur detailliert untersucht werden.

 Derzeit gibt es im Kreis Segeberg 80 stationäre Einrichtungen mit 4981 Plätzen. Zudem existieren acht Tagespflegeeinrichtungen mit 140 Plätzen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3