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Segeberg Polizei will weg von kleinen Stationen
Lokales Segeberg Polizei will weg von kleinen Stationen
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00:16 14.01.2013
Von Detlef Dreessen
Die Trappenkamper Polizei wird wohl im Zentrum der Gemeinde bleiben. Die Zukunft der Stationen in Bornhöved und Rickling steht dagegen auf der Kippe. Quelle: Detlef Dreessen
Kreis Segeberg

In der Bornhöveder Gemeindevertretung wurde das Thema am Donnerstag erstmals öffentlich. Bürgermeisterin Helga Hauschildt berichtete, die Polizei habe sie über eine angedachte Neustrukturierung der Polizeistationen im Bereich Bornhöved-Trappenkamp-Rickling informiert. Eine Verlegung der Bornhöveder Beamten nach Trappenkamp werde ins Auge gefasst.

 Das lehnen die Bornhöveder ab. Die Gemeindevertreter verabschiedeten eine Resolution, in der sie den Erhalt „ihrer“ Station fordern. Das subjektive Sicherheitsgefühl der Einwohner würde schwinden, sollte die Station geschlossen werden. Faktisch dauere es im Notfall länger, bis die Polizei vor Ort ist. Außerdem leide das persönliche Verhältnis zwischen Bürgern und Beamten, so Helga Hauschildt. Die Bornhöveder Polizisten würden manch einen Jugendlichen vor dem Abrutschen auf die schiefe Bahn bewahren.

 Ihr Trappenkamper Kollege Harald Krille sieht hingegen die positive Seite. Es käme zu einer Aufwertung der Polizeistation im Ort. Damit einhergehen könnte ein Umzug vom Markt in den ehemaligen Schlecker-Markt gegenüber, so dass die Polizei endlich barrierefrei zu erreichen sei, so Krille. Noch müssen Besucher Treppen steigen, um in die Stationen in Trappenkamp und Bornhöved zu kommen.

 Heinz Parchmann, Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg, bestätigte der Segeberger Zeitung, dass eine Zusammenlegung der Stationen in Bornhöved und Trappenkamp geprüft werde. Hintergrund sei die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte. Dass ein Polizist alleine mit dem Streifenwagen zum Einsatz fährt, sei aus Sicherheitsgründen nicht mehr tragbar – doch im ländlichen Bereich noch Realität. Die kleinen Stationen könnten nicht sicherstellen, dass Funkstreifenwagen mit zwei Mann besetzt sind und ein zweiter Wagen kurzfristig zur Hilfe gerufen werden könnte.

 Zurzeit sei man noch im „Stadium polizeiinterer Überlegungen“, berichtete Parchmann. Das Ergebnis werde mit den Kommunen besprochen. „Die Entscheidung trifft der Innenminister.“

 Bis ein Entschluss fällt, könne es noch ein halbes oder ganzes Jahr dauern, so Parchmann. Ziel sei ein Gesamtkonzept für alle kleinen Stationen im Revier Bad Segeberg. Das betreffe unter anderem Geschendorf, Seedorf und Wensin. „Wir wollen weg von den Ein-Mann-Kleinstationen.“

 Überprüft wird in dem Zusammenhang auch, was aus der Polizeistation Rickling wird. Eine Zusammenlegung von Rickling und Wahlstedt „könnte in Zukunft möglich sein“, sagt Parchmann. Im Herbst 2011 war die damalige Polizeizentralstation Wahlstedt aufgelöst und organisatorisch dem neuen Polizeirevier Bad Segeberg zugeordnet worden.

 Das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger habe er im Blick, betonte Parchmann. Aber er stellte klar: „Wir orientieren uns an Sachkriterien, nicht am Bauchgefühl. Wir müssen mit beschränkten Ressourcen das Beste machen.“ Zur Anzahl der Beamten in den einzelnen Orten könne noch nichts gesagt werden. Zunächst bleibe der Personalbestand erhalten. In Aussicht stehe aber eine Verstärkung des Polizeireviers in Bad Segeberg, kündigte Parchmann an.

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