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Segeberg Gefeierte Felsenburg-Premiere
Lokales Segeberg Gefeierte Felsenburg-Premiere
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16:34 24.06.2018
Von Thorsten Beck
Winnetou (zum sechsten Mal Jan Sosniok) in seinem Element: Im Kampf für das Gute läuft er zu Höchstform auf. Quelle: Claus Harlandt
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Bad Segeberg

Aber als langjährige Branchenprofis wussten die beiden Gaststars natürlich vorher, was im Wilden Westen von Bad Segeberg bis Anfang September genau 72 Mal auf sie zukommen würde. Die Kalkberg GmbH dürfte bei ihrer Verpflichtung für die neue Inszenierung „Winnetou und das Geheimnis der Felsenburg“, die am Sonnabend im Freilichttheater vor gut 7000 Besuchern Premiere feierte, kaum verschwiegen haben, dass es mit ihnen ein schlimmes Ende nehmen wird. Doch hat das Böse für Schauspieler traditionell auch immer etwas Gutes, bietet die dunkle Seite meist mehr Raum zur darstellerischen Entfaltung.

Regie führt zum 18. Mal Norbert Schultze junior

Neubauer und Horst wissen diese Vorlage glänzend zu nutzen, profitieren in der mittlerweile 67. Spielzeit allerdings auch von einem in sich ausgewogenen Ensemble, das auch in weniger prominenten Rollen ohne einzigen Ausfall auskommt und das vom Regie-Veteranen Norbert Schultze junior, der zum 18. Mal die künstlerische Gesamtverantwortung bei den Karl-May-Spielen trägt, gewohnt routiniert angeleitet wird.

Seine uneingeschränkte Karl-May-Tauglichkeit längst bewiesen hat ein Mann, der am Kalkberg trotz anfänglicher Skepsis inzwischen zu einer echten Institution geworden ist: Jan Sosniok, der in diesem Jahr zum sechsten Mal in Folge in die Rolle des edlen Apachen-Häuptlings Winnetou schlüpft. Seinen namhaften Vorgängern Pierre Brice, Gojko Mitic und Erol Sander ist der 50-jährige Berliner längst absolut ebenbürtig.

4,8 Millionen Euro kostet die Produktion

Überhaupt scheinen Schultze jr. und Autor Michael Stamp, der 2018 sein mittlerweile 20. Buch abgeliefert hat, das Rezept für erfolgreiche Familienunterhaltung gefunden zu haben. Anders sind die phänomenalen Zahlen der vergangenen Jahre nicht zu erklären. Geht man einmal davon aus, dass sich weit mehr als 300000 Menschen pro Saison nicht versehentlich ins Kalkberg-Rund verirren. Genau 372646 Besucher hatten in der vorigen Saison das Stück „Old Surehand“ sehen wollen – und damit für den dritten Rekord in Folge gesorgt. Die 4,8 Millionen Euro, die sich die Kalkberg GmbH um Geschäftsführerin Ute Thienel die diesjährige Produktion insgesamt kosten lässt, sind gut und sicher angelegt – zumal die Gesellschaft bereits bei 200000 zahlenden Gästen schwarze Zahlen schreibt.

Ministerpräsident Günther eröffnet Saison

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther blieb am Sonnabend die Ehre vorbehalten, die Spielzeit mit dem traditionellen Schuss aus dem Revolver offiziell zu eröffnen. Günther, der für Winnetou nach eigenem Bekunden extra auf einen privaten Fußball-Abend verzichtet hatte, konnte sich in seinem Grußwort natürlich eine Anspielung auf die aktuelle Situation in Berlin nicht verkneifen. Er habe für die beiden aktuell schwer zerstrittenen Unionsparteien in Bad Segeberg eigentlich eine Friedenspfeife erwerben wollen – doch in den Shops habe es nur Kriegsbeile gegeben. „Und davon haben wir ja wirklich genug.“

Old Shatterhand als Sportreporter

Zumindest musste der Landesvater nicht auf einen Ergebnisdienst verzichten, war das wichtige WM-Gruppenspiel der deutschen Fußball-Mannschaft gegen Schweden im Hintergrund doch allgegenwärtig. Den Ausgleich vermeldete im Theater im Übrigen nicht ARD-Mann Tom Bartels, sondern der große Old Shatterhand (Joshy Peters) persönlich. Szenenapplaus gab es während der Premiere allerdings auch dann reichlich, wenn nicht gerade irgendwo ein Tor fiel.

Wer sich am Ende nicht für die Kraft-, sondern die Kalkberg-Arena entschieden hatte, erlebte ein gut zweistündiges Spektakel mit der Felsenburg als Schauplatz eines furiosen Finales. Kein Zweifel: Das Karl-May-Team hat sich schon einmal souverän für die nächsten Aufführungen qualifiziert.

Winnetou und das Geheimnis der Felsenburg
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Die Bösen wurden am Ende nicht weniger gefeiert als die Guten: Mit Christine Neubauer und Jochen Horst als skrupelloses Gangster-Pärchen sowie Jan Sosniok (50) in der Rolle des Häuptlings Winnetou sind die Karl-May-Spiele am Sonnabendabend in ihre 67. Spielzeit gestartet.

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