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Segeberg Schornstein bietet prima Ausblick über Bad Segeberg
Lokales Segeberg Schornstein bietet prima Ausblick über Bad Segeberg
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14:50 21.10.2008
Bad Segeberg

Bereits 1852 gründete Joachim Christian Blunck die Wollspinnerei, die heute der einzig vollständig erhaltene Betrieb dieser Art in Norddeutschland ist. Der vor kurzem ins Leben gerufene "Förderverein Wollspinnerei Blunck" hat sich zum Ziel gesetzt, die Häuser und Produktionshallen mit Maschinen zu erhalten und zu einem "Arbeitenden Museum" zu gestalten, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Finanzielle Unterstützung gibt es vom Landesamt für Denkmalspflege (20000 Euro) und vom Verein "Denkmalsfonds" (3000 Euro). Das Sozialhaus Segeberg hilft bei der Restaurierung zudem mit Arbeitsleistungen im Wert von rund 9000 Euro. "Außerdem hat uns der TÜV Nord nur die halben TÜV-Gebühren berechnet für die Prüfung des Dampfkessels der Wollspinnerei", erklärt Vereinsvorsitzende Karen Biguß.

Der große Heizkessel musste von innen von Kesselstein befreit werden, damit er weiterhin in Betrieb bleiben kann. Danach ist eine Abnahme durch den TÜV Pflicht. Auch mit der Restaurierung der vielen Eisenfenster des Industriebaus wurde bereits begonnen - einige sind bereits sorgfältig entrostet worden, haben neue Scheiben bekommen und wurden mit einem neuen Anstrich versehen. Das kleine rosa Haus in der Kurhausstraße 36, das neben dem ehemaligen Ladengeschäft von Familie Blunck liegt, wurde in einer ersten Rettungsaktion provisorisch gestützt, da das Mauerwerk starke Schäden aufweist. "Hier wurde das Dach bereits repariert, und die Sanierung des Hauses wird wohl im nächsten Jahr geschehen", berichtet Frau Biguß. Kunsthandwerker und Künstler sollen später dort einziehen.

Die markante hölzerne Treppe im Hof des Gebäudekomplexes wird zurzeit von einer Lübecker Firma nachgebaut. Der Zahn der Zeit hat der Stiege so sehr zugesetzt, dass sie nicht repariert, sondern nur ausgetauscht werden kann. Sie wird vormontiert und nach dem Abriss der alten Treppe schon bald eingebaut.

Viel zu tun gibt es auch noch im Produktionstrakt der Wollspinnerei, wo die historischen Maschinen stehen. "In der kommenden Woche gibt es ein Gespräch mit dem Landeskonservator, bei dem auch weitere Fachleute mit dabei sein werden", erläutert Karen Biguß. "Alles muss erfasst und archiviert werden - da gibt es zum Beispiel alte Musterbücher von 1880 oder älter sowie alte Urkunden und Fotos." Auch dieses Sichten und Dokumentieren der vielen verborgenen Schätze ist eine zeitaufwändige Arbeit, für die der Förderverein noch Geld braucht. Schritt für Schritt wollen sich die Mitglieder ihrem Ziel annähern, dass die einzigartige Anlage in Bad Segeberg zum "Arbeitenden Museum" wird.

Hans-Friedrich Blunck freut sich auf diese Zeit und blickt hoch oben vom Gerüst um den alten Schornstein in die Ferne. Der 69-Jährige ist mit der Wollspinnerei groß geworden, hat Tuchmacher gelernt und ist heute der Einzige, der die historischen Maschinen noch bedienen kann. Er sorgt dafür, dass sich die Zahnräder, Antriebsriemen und Spulen immer noch an jedem Wochentag drehen, denn auch jetzt noch werden in Bad Segeberg in der Kurhausstraße Wollgarne hergestellt.

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