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Segeberg Schulen machen sich Konkurrenz
Lokales Segeberg Schulen machen sich Konkurrenz
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05:53 09.08.2013
Von Andreas Wicht
In zwei 5. Klassen starten 48 Schüler ihren Weg an der Poul-Due-Jensen-Gemeinschaftsschule.
Wahlstedt

„Unsere Anmeldezahlen sind rückläufig“, erklärte deren Leiter Hans-Peter Hübner während der Begrüßung. So starten im ersten Halbjahr nur noch 48 Schülerinnen und Schüler in zwei 5. Klassen; im Jahr 2012 waren es noch drei Klassen mit insgesamt 65 Kindern. Der Rückgang liege vor allem an dem erheblichen Teil Wahlstedter Schüler, die sich in Trappenkamp bei der Gemeinschaftsschule angemeldet hätten. Deren Angebot einer gymnasialen Oberstufe sei ihm als häufigster Grund für eine Entscheidung gegen Wahlstedt genannt worden, berichtete der Rektor.

 Inzwischen gibt es im Rathaus Pläne, an der einzigen weiterführenden Schule in der Stadt ebenfalls den neunjährigen Weg zum Abitur (G9) anzubieten. Bürgermeister Matthias Bonse war deshalb vor einiger Zeit selbst schon in Kiel, um sich über die Chancen zu informieren. Grundsätzlich sei eine gymnasiale Oberstufe an der Poul-Due-Jensen-Schule denkbar, sagte Bonse nach seiner Rückkehr. Es müsste allerdings unter anderem sichergestellt werden, dass auf Jahre hinaus mindestens 50 Schüler pro Jahrgang in die Oberstufe eintreten.

 Derzeit besuchen pro Jahrgang etwa 20 bis 25 Wahlstedter Kinder und Jugendliche die beiden Gymnasien in Bad Segeberg. Über alle Jahrgänge verteilt sind es 170 Schüler. Selbst wenn sie alle künftig in Wahlstedt blieben, wäre das noch längst nicht genug. Die Poul-Due-Jensen-Schule hat in den Klassen 5 bis 10 momentan 337 Schüler. Es müssten also weitere Kinder aus umliegenden Orten wie Rickling, Negernbötel, Fahrenkrug und Schackendorf hinzukommen.

 Vorerst kümmert man sich an der Schulstraße 2 besonders um diejenigen, die bereits da sind. „Damit auch berufstätige Eltern an der zweiten Einschulung ihrer Kinder teilnehmen können“, so der Direktor, wurde die Begrüßung der neuen Fünftklässler extra in die späteren Nachmittagsstunden verlegt.

 An der Feierstunde in der Aula beteiligten sich Schüler aller Jahrgangsstufen. Eine Solo-Pianistin und ein Duo aus Klavier und Schlagzeug konnten mit Instrumentalmusik begeistern. Die Theatergruppe der Schule nahm in einem Sketch unter anderem die leichtfertige Verwendung von Medikamenten gegen ADHS auf die Schippe. Der Schulverein stellte sich vor und schenkte den Neulingen wie in den Vorjahren T-Shirts mit dem Schul-Logo.

 Direktor Hans-Peter Hübner verglich in seiner Ansprache die Einschulung mit dem Buchen einer Gruppenreise: „Und als Reiseleiterin habt ihr eure Lehrerinnen bekommen.“ In zwei Gruppen zu jeweils 24 Kindern ging es dann mit den Pädagoginnen in die liebevoll vorbereiteten Unterrichtsräume. Lehrerin der 5A ist Carola Lindner; die 5B unterrichtet Dörte Souhr-Bongers als Inklusionsklasse, die auch Kinder mit Behinderungen besuchen.

 Nicht nur aus den aktuellen Worten Hübners zur Einschulung wird deutlich, dass das Angebot einer eigenen gymnasialen Oberstufe ergänzend zu den bestehenden G8-Gymnasien zu einem immer wichtigeren Standortfaktor für Gemeinschaftsschulen wird. Die Schule im Bad Segeberger Schulzentrum hat die Einrichtung beim Kieler Bildungsminsterium inzwischen beantragt.

 Doch auch die Gymnasien bekommen die Konkurrenz zu spüren. So startet die Bad Segeberger Dahlmannschule in dieser Woche mit nur drei statt wie früher mit vier 5. Klassen. 82 Sextaner wurden von ihren Eltern angemeldet. Vor allem Schüler aus dem Amt Bornhöved, so die Analyse von Schulleiter Jochen Paustian, seien der Schule verlorengegangen. ´

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