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Segeberger Kliniken übernehmen Geburten aus Bad Oldesloe


Werden in Bad Segeberg bald deutlich mehr Babys geboren als bisher? Weil die Asklepios-Klinik in Bad Oldesloe ihre Geburtshilfe-Station zum 1.März überraschend schließt, erwarten die Segeberger Kliniken eine deutliche Zunahme an Geburten im Kreißsaal der Allgemeinen Klinik (AK).

Bad Segeberg/Bad Oldesloe. „Wir rechnen mit über hundert Geburten mehr pro Jahr“, sagt Dr. Christian Rybakowski, Chefarzt der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Noch vor rund zehn Jahren gab es eine Art Geburts-Tourismus in Richtung Bad Oldesloe: Damals galt die Abteilung in der Stormarner Kreisstadt als wesentlich besser, moderner und freundlicher als die Station im Bad Segeberger Kreiskrankenhaus. So brachten etliche Mütter aus der Kalkbergstadt ihren Nachwuchs in Bad Oldesloe zur Welt.

Seit allerdings die Segeberger Kliniken das Krankenhaus am Großen Segeberger See übernommen und kräftig investiert haben, hat sich das Image gewandelt. Die Zahl der Geburten steigt zumindest leicht.

In Bad Oldesloe wurde für 2012 gerade mal noch mit 250 Geburten gerechnet – ein dramatischer Abstieg, der auch mit einem Todesfall zu tun hat, der für dramatische Schlagzeilen gesorgt hat. Im Januar 2008 starb eine 20-jährige Frau nach einem Kaiserschnitt, weil ihr das medizinische Team keine Bluttransfusion gegeben hatte. Die Patientin verblutete – unbemerkt von den Pflegekräften. Der Prozess gegen einen Oberarzt und eine Assistenzärztin wurde vom Amtsgericht Ahrensburg eingestellt – allerdings gegen Geldzahlungen in Höhe von 30000 Euro.

Von diesem Skandal hat sich die Geburtsabteilung der Asklepios-Klinik nie wieder erholt. Immer mehr Frauen entschieden sich für andere Krankenhäuser – unter anderem für die Allgemeine Klinik in Bad Segeberg.

Nun hat die Asklepios-Klinik im Kieler Gesundheitsministerium offiziell angezeigt, dass sie die nicht mehr rentable Abteilung dicht macht – auch wegen des Streits mit mehreren Hebammen, deren Haftpflichtversicherungen ihre Beiträge um 15 Prozent anhoben. Die Frauen hatten ihre Verträge mit Asklepios gekündigt, um neu verhandeln zu können. Die steigenden Kosten bei sinkenden Einnahmen bewegten die Klinikleitung dazu, den Kreißsaal ab März zu schließen.

Das Ministerium rief auch bei den Segeberger Kliniken an, wie deren Sprecher Robert Quentin sagt. „Wir sind in der Lage, das aufzufangen – und wir werden es auch gern machen.“ Man habe die Entwicklung in Bad Oldesloe schon länger beobachtet und die Entscheidung kommen sehen. „Dass es aber jetzt schon zum 1. März so weit ist, war dann aber doch überraschend.“

Auf zusätzliche Patientinnen aus Bad Oldesloe und Umgebung sind die Segeberger Kliniken laut Sprecher Quentin bereits bestens eingerichtet. Die Station für Geburtshilfe umfasst 15 Betten. Das Team mit 10 Ärzten und 18 Krankenschwestern wird um drei auf 15 Hebammen erweitert – die Neuzügange kommen aus Bad Oldesloe.

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