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Segeberg Ein neues Kühlfahrzeug dringend benötigt
Lokales Segeberg Ein neues Kühlfahrzeug dringend benötigt
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06:33 07.12.2018
Von Sylvana Lublow
Das Dienstagsteam der Tafel Kaltenkirchen. Der Kühltransporter ist in die Jahre gekommen. Außerdem kann in dem Auto niemand stehen, das macht das Ein- und Ausladen für die Helfer schwierig. Quelle: Sylvana Lublow
Kaltenkichen

Jeden Tag sind die ehrenamtlichen Fahrer der Tafel Kaltenkirchen mit den zwei Lieferautos unterwegs. Von montags bis freitags werden die Waren für die Tafelkunden von allen umliegenden Supermärkten, Discountern und Bäckern abgeholt. Das größere der beiden Autos, der Kühltransporter, ist mittlerweile allerdings in die Jahre gekommen. „Er ist anfällig geworden, im Sommer setzte manchmal sogar die Kühlung aus“, sagt Ingrid Lamaack, die im Tafel-Vorstand als Kassenwartin fungiert.

Zehn Jahre ist der Ford Transit alt, hat schon 84000 Kilometer auf dem Tacho. Ein paar kleinere Unfälle hat das Fahrzeug auch schon überlebt. „Nächstes Jahr brauchen wir dringend ein neues Kühlauto“, sagt Tafel-Vorsitzende Dagmar Beese. Das Problem: Die Tafeln fahren mit Diesel-Fahrzeugen, wegen des günstigen Verbrauchs. „Aber was nützt uns ein neuer Diesel, wenn wir dann eine Plakette erhalten, die uns nicht erlaubt, zu fahren“, sagt Beese. Vom Tafel-Dachverband sei deshalb auch generell ein Finanzierungs-Stopp für Diesel-Transporter ausgesprochen worden, so Beese. „Wir haben das auch erst mal auf Eis gelegt und wollen abwarten, wie es mit der Diesel-Problematik weitergeht.“ Gibt es vom Dachverband keinen Zuschuss, könne sich die Tafel einen Neuwagen für 40000 bis 50000 Euro jedenfalls nicht leisten. Spenden sind also mehr als willkommen: „Wir freuen uns über jede Summe, und wenn es nur für einen Reifen reicht“, sagt die 74-jährige Vorsitzende.

Der Tafelverein finanziert sich hauptsächlich durch Spenden

Wie bei jeder Tafel, sind auch die fleißigen Helfer in Kaltenkirchen auf Spenden jeglicher Art angewiesen. Die Miete für die Räume in der Werner-von-Siemens-Straße 6 muss bezahlt werden, ebenso wie die Nebenkosten und die Autos. Der Tafel-Verein hat etwa 150 Mitglieder, der Mindestbeitrag liegt bei 20 Euro pro Jahr. „Aber viele zahlen mehr“, sagt Lamaack. Rund 200 Kunden-Karten hat die Tafel derzeit vergeben, „aber da hängen ja immer noch Familienmitglieder dran“, sagt die Kassenwartin: „Zwischen 600 und 700 Menschen versorgen wir wöchentlich“, schätzt sie. Und das an drei offiziellen Ausgabetagen: montags, mittwochs und freitags. Außerdem bestückt die Kaltenkirchener Tafel noch vier Außenstellen in Nahe, Itzstedt, Kisdorf und Stuvenborn. Jeder Kunde zahlt pro Tafel-Einkauf einen symbolischen Euro.

Die ganze Arbeit wird von rund 40 Helfern bewerkstelligt. Jeden Wochentag ist ein Team im Einsatz. Die Fahrer holen die Ware, die noch vor Ort aussortiert wird. „Das ist oft keine angenehme Arbeit, weil einige Supermärkte nicht die Zeit haben, für uns die Sachen raus zu suchen, die wirklich noch verwertbar sind“, erzählt Helferin Monika Berthold. Kommt die Ware bei der Tafel an, geht das Sortieren weiter.

Lange haltbare Lebensmittel kommen selten rein

„Was wir selten bekommen, sind Sachen, wie Nudeln, Mehl, Zucker oder Reis, weil diese Lebensmittel lange haltbar sind“, erklärt Helferin Karla Röttger. Auch Kaffee gibt es nicht so oft. „Aber zum Glück haben wir auch einige private Spender, wie zum Beispiel ein Ehepaar aus Lentföhrden, das jede Woche für uns einkaufen fährt“, erzählt Röttger. Und neben den Supermärkten gibt es auch Kartoffeln und Eier von Bauernhöfen. Diesen Sonnabend, 8. Dezember, veranstaltet Famila in Kaltenkirchen „Ein Teil mehr“ für die Tafel, die im August gerade ihr 20-jähriges Jubiläum feierte.

„Uns ist es aber auch wichtig, dass sich die Kunden bei uns wohl fühlen“, sagt Lamaack. „Wir kennen ihre Lebensgeschichten, ihr Probleme und sind auch Gesprächspartner. Das menschliche Miteinander ist für uns Helfer sehr schön.“ Ein Großteil der Tafelkunden sind mittlerweile Migranten, „es gibt auch immer mehr alte Menschen, die zu uns kommen, weil sie von ihrer Rente allein nicht leben können“, weiß Lamaack. Die 68-Jährige schätzt, dass es durchaus noch mehr Bedürftige in Kaltenkirchen gibt. „Aber die Scham, vor allem bei den Deutschen, ist groß“, sagt sie.

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