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Bad Bramstedt

Tauziehen um Strietkamp-Bebauung

Von Einar Behn

Das Bauen in zweiter Reihe wird im Strietkamp nun doch zugelassen. Das Stadtbauamt hat noch einmal alle Stellungnahmen der Anlieger ausgewertet und korrigierte im Einvernehmen mit dem Planungsausschuss das Ergebnis.
Im beschaulichen Strietkamp sind die Anwohner der Südseite zerstritten. Einige wollen in ihren großen rückwärtigen Gärten bauen, andere fühlen sich dadurch beeinträchtigt.

Im beschaulichen Strietkamp sind die Anwohner der Südseite zerstritten. Einige wollen in ihren großen rückwärtigen Gärten bauen, andere fühlen sich dadurch beeinträchtigt.

© Einar Behn

Bad Bramstedt. Problematisch bleibt die Angelegenheit dennoch: Die Anlieger sollen freiwillig die Kosten für den Bebauungsplan tragen.

Schon seit über fünf Jahren wird um die Südseite des Strietkamps gerungen. Anlass war der Wunsch des SPD-Kommunalpolitikers Jan-Uwe Schadendorf, im Garten seines Elternhauses ein Wohnhaus zu bauen. Das rief Nachbarn auf den Plan, die um ihre Idylle in den zum Teil 100 Meter langen Gärten fürchteten.

 Schon 2008 wurde Schadendorfs Anliegen abgelehnt, doch er ließ nicht locker und fand mittlerweile auch andere Anwohner, die Interesse daran zeigten, dass ihre Gärten zu Bauland werden. Die Stadt fragte darauf hin bei den Anliegern nach, ob sie für oder gegen den Bebauungsplan sind. Doch es gab sich widersprechende Antworten. Als nämlich Befürworter des Bebauungsplanes mitbekamen, dass sie dessen Kosten tragen sollen, widerriefen sie ihre Zustimmung. Der Planungsausschuss beschloss darauf hin im Sommer dieses Jahres, keinen B-Plan aufzustellen, was Schadendorf so verärgerte, dass er sogar seine Ehrennadel der Stadt zurückgab.

 Nun die erneute Kehrtwende, ausgelöst durch einen 83 Jahre alter Eigentümer von drei Grundstücken, der in Süddeutschland lebt. Der wurde von Befürwortern und Gegnern des B-Planes schon mehrfach angerufen. Und je nachdem, wie der Anrufer ihm die Lage schilderte, entschied sich der Senior um. Da er drei Stimmen hat, kippt damit auch die Mehrheit zwischen Gegnern und Befürwortern. „Ein unwürdiges Verfahren“, befand Planungsausschussvorsitzender Fritz Bredfeldt (Bündnis 90/Grüne); Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach riet den Anliegern, „von der Telefonitis herunterzukommen“. Nach Feststellung der Stadtverwaltung hatte der Mann aus Süddeutschland zuletzt vermeldet, dass er nichts gegen einen Bebauungsplan habe, solange er nichts bezahlen muss.

 Eine politische Mehrheit aus CDU, FDP und Grünen beschloss nun die Aufstellung des B-Planes mit der Auflage, die Kosten den Anliegern aufzubürden, ein Verfahren, das möglicherweise auch schon bald in anderen Straßen angewendet werden könnte. Allerdings enthält es einige Unwägbarkeiten. Anders als bei Steuern und Gebühren kann die Stadt die Bürger nicht verpflichten, die Kosten zu übernehmen. „Das geht nur mit einem privatrechtlichen Vertrag“, erklärte Bauamtsleiter Udo Reinbacher.

 Dessen Unterzeichnung ist jedoch freiwillig. Folglich werden wohl nur diejenigen unterschreiben, die konkrete Bauabsichten haben. Neben Schadendorf ist nur noch ein weiterer Grundstücksbesitzer im Rathaus bekannt, der in naher Zukunft bauen will.

 Der Bebauungsplan wird nach Schätzung des Rathauses rund 23000 Euro kosten – eine beträchtliche Summe also, die möglicherweise von nur zwei Anliegern bezahlt werden muss. Alle anderen könnten als Trittbrettfahrer kostenlos zu einer beträchtlichen Wertsteigerung ihrer zu Bauland umgewidmeten Gärten kommen. Doch die Gegner beteuerten auch während der jüngsten Planungsausschusssitzung erneut, dass sie an der Aufwertung gar nicht interessiert sind. Sie wollen einfach nur, dass die Siedlung so bleibt, wie sie seit Jahrzehnten ist.

 Dass die Bebauung in zweiter Reihe auch unproblematischer ablaufen kann, zeigt das Beispiel Bissenmoorweg. Ein Ehepaar hat dort die Aufstellung eines B-Planes beantragt. Mit den Nachbarn sei das abgeklärt und die selbst ermittelten Planungskosten von 4000 Euro wollen sie auch übernehmen.

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