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Segeberg Bericht aus einer fremden Welt
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15:16 07.10.2018
Von Jann Roolfs
 Tonny Katumba mit einem Foto von Kindern seiner Pre-School. Quelle: Jann Roolfs
Föhrden-Barl

Die Bad Bramstedter Kirchengemeinde hatte zu einem Abend der Begegnung eingeladen, an dem als besonderer Gast Tonny Katumba teilnahm. Der Landwirt aus Uganda besucht den Föhrden-Barler Bauern Steffen Thies, um sich fachlich fortzubilden und um sein Projekt vorzustellen: ein privat betriebener Kindergarten, in dem Kinder aus mehreren Dörfern auf die Schule vorbereitet werden. Diese „pre school“ will die Bad Bramstedter Gemeinde unterstützen, die Kollekte des Erntedank-Gottesdienstes soll nach Uganda gehen, erklärte Pastor Rahlmeier am Rande der Veranstaltung.

35 Besucher waren ins Dorfhaus gekommen, um sich über den Gast, seine Heimat und sein Projekt zu informieren.

Der lange Schulweg wird zu Fuß absolviert

Gründerin der pre school in Lwannunda nordwestlich des Victoriasees war Katumbas Mutter. Die hatte als Lehrerin gearbeitet, bis der Staat ihr Gehalt nicht mehr zahlte und sie sich mit dem Kindergarten für Drei- bis Sechsjährige selbständig machte. 2012 startete sie mit sechs Kindern, heute werden dort 104 Kinder von vier Betreuern unterrichtet, einer davon ist Tonny Katumba selbst. Weitere Helferinnen begleiten die Kinder morgens und nachmittags auf ihren langen Wegen zwischen Zuhause und Kindergarten: bis zu vier Kilometer Entfernung legen die Kleinen pro Tour zurück. Und zwar nicht per Auto oder Bus. Katumba: „In Uganda you have to walk“ (in Uganda muss man zu Fuß gehen).

Wichtigstes Fach für die Kinder ist Englisch, alle Bildung ab der Grundschule wird in dieser Amtssprache absolviert. Die müssen viele erst lernen, damit sie fit werden für den Unterricht.

Die pre school ist die einzige im Umkreis von 64 Dörfern. Die Aufnahme dort bedeutet sozialen Aufstieg: Anfangs haben die Kinder meistens weder Schuhe noch Socken, dort bekommen sie alles Nötige inklusive Schuluniform. Matratzen, Decken und Moskitonetze – wichtig im Malariagebiet – gehören ebenfalls zur Ausstattung für die Familien. Einige können den Besuch ihrer Kinder selbst bezahlen, aber der Kindergarten ist für den Betrieb auf Spenden angewiesen. Zehn Kinder werden zurzeit individuell besonders unterstützt, berichtete Katumba.

Fließendes Wassser kannte Katumba nicht

Für den afrikanischen Farmer gab es in Deutschland viel zu staunen. Er erzählte von seiner Verblüffung, dass alle Kinder hierzulande von ihren Eltern per Auto zur Kita gebracht werden. Sein Gastgeber Steffen Thies berichtet von seiner Begeisterung fürs fließende Wasser im Haus – die Versorgung in Uganda kommt aus einer offenen Wasserstelle. Pastor Rahlmeier erinnerte an einen gemeinsamen Besuch im Freiluftmuseum Molfsee; zu sehen, dass auch hierzulande Menschen in nur einem Raum ohne Fußboden gelebt haben mit Feuerstelle, das habe Verbindungen geschaffen.

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