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Segeberg Tollkühne Männer auf frisierten Mofas
Lokales Segeberg Tollkühne Männer auf frisierten Mofas
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20:19 12.08.2018
Von Jann Roolfs
Die Mofas sehen eher wie Crossmaschinen aus. Die Polizei hätte an den frisierten Kleinkrafträdern wohl wenig Freude. Quelle: Jann Roolfs
Henstedt-Ulbzurg

Nach knapp einer Stunde gibt der Moderator den Zwischenstand bekannt: „Es fahren noch erstaunlich viele Mofas“. An die 20 dieser kleinen Motorräder knattern über ein Stoppelfeld in Götzberg, die meisten Fahrer haben sich mit Stiefeln, Anzügen, speziellen Helmen und Schutzbrillen gewappnet. Sie absolvieren die „111 Minuten von Götzberg“, ein Ausdauerrennen für frisierte Mofas. Einige Hundert Zuschauer verfolgen den Wettbewerb, bei dem nach fast zwei Stunden gerade einmal zehn Sekunden über den Sieg entscheiden.

„Ich war doch früher schon immer schneller mit der Mofa als du“ – „Warst du nicht!“ So fing alles an, erinnert sich Timo Steffen. Die Kontrahenten Hauke und Kai und ein paar Freunde beschlossen vor elf Jahren, dass sie ausprobieren wollten, wer schneller mit dem Mofa unterwegs ist, und so entstand das Götzberg-Rennen. Inzwischen haben die Mofa-Enthusiasten den Verein Alstermotoren Wakendorf II gegründet, dessen Vorsitzender Timo Steffen ist und der das Mofarennen organisiert.

Zündapp und Hercules lassen Herzen schneller schlagen

Das Mofarennen bedient zwei Bedürfnisse: Den Drang, an Motoren zu basteln, um das eigene Gefährt zu frisieren. Und die Nostalgie: Die meisten Maschinen stammen aus der Zeit um 1980. „Hercules Prima GT, Zündapp CS 25, das ist was“, schwärmt Timo Steffen. Der Verein Alstermotoren kümmert sich um den Erhalt alter Fahrzeuge und tummelt sich damit in einer wachsenden Szene: „Die Dinger werden immer begehrter“.

„Der Grundmotor muss der originale sein“, erklärt Steffen die wichtigste Regel. Ab Werk bedeutet das rund 50 Kubikzentimeter, gut ein PS und 25 Stundenkilometer Spitze. Nach dem Frisieren kommen bis zu 16 PS aus 80 Kubikzentimetern. „Die Leistung ist nicht das große Problem“, weiß Steffen: Es geht darum, dass der Rest vom Mofa das Rennen durchhält. „Gerade die Getriebe sind völlig überlastet.“ Und bei knapp zwei Stunden Rennzeit kann es auch passieren, dass der fünf Liter fassende Tank kurz vor Schluss leer läuft und zeitraubendes Nachtanken nötig wird. Ein Standardproblem sind auch Antriebsketten, die beim Ritt über den Acker abfallen. In diesem Jahr werfen ein Getriebeschaden und ein gerissener Schaltzug ausgerechnet die Führenden aus dem Rennen.

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