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Segeberg Vorsicht vor kreuzenden Fischottern
Lokales Segeberg Vorsicht vor kreuzenden Fischottern
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18:32 14.06.2018
Von Einar Behn
In Bimöhlen-Weide an einer Brücke über der Osterau warnt ein Schild vor Otterwechsel. Die Tiere schwimmen nämlich nicht gerne unter Brücken hindurch. Quelle: Einar Behn
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Bimöhlen

Doch zu Gesicht bekommt kaum jemand die nächtlichen Jäger. Das Warnschild „Otterwechsel“ steht an einer Brücke im Ortsteil Weide, die über die Osterau führt. Der Wildpark Eekholt ist nur einige Hundert Meter entfernt und von dort ging auch die Initiative für das ungewöhnliche Verkehrsschild aus.

Fischotter schon auf der Straße gesehen

„Eine Kollegin hatte auf dem Weg zur Arbeit einen Fischotter über die Straße laufen sehen“, erzählt Wildpark-Biologin Ute Kröger. Sie seien dann zu zweit zu der Brücke gefahren und hätten diverse Spuren von Ottern gefunden. „Keine Frage, der Fischotter ist in der Osterau wieder heimisch“, sagt Ute Kröger. Auch im Wildpark seien schon wildlebende Tiere gesichtet worden. Die Osterau fließt mitten durch den Park.

Kreis genehmigt Warnschild

Der Kreis Segeberg als Verkehrsaufsichtsbehörde kam dem Wunsch des Wildparks nach einem Warnschild nach. „Fischotter sind für Autofahrer häufig schlecht erkennbar, zumal es sich um nachtaktive Tiere handelt",  erklärte Kreis-Pressesprecherin Sabrina Müller.

An der Brücke einen Otter anzutreffen, ist kaum wahrscheinlich. Das Revier eines männlichen Otters umfasse circa 30 bis 40 Kilometer Gewässerläufe, so Müller. Die Tiere legten nachts bis zu 15 Kilometer zurück, um Beute zu finden.

"Ein Sechser im Lotto"

Fischotter-Experte Helmut Joachim aus Kisdorf, der sich seit 1984 für den Erhalt der Tiere einsetzt, berichtete, er habe erst vor sechs Wochen einen wilden Fischotter gesehen. „Das ist wie ein Sechser im Lotto.“ Die Spuren der Räuber hat er auch schon oft gesichtet, auch gestern im Wildpark Eekholt, wo am Montag ein vergrößertes Ottergehege eingeweiht wurde. „Die wilden Otter kommen hier her, um ihre Verwandten in Gefangenschaft zu besuchen“, so der Experte.

Keine Nahrung mehr gefunden

Die Tiere waren vor der Wiedervereinigung nahezu ausgestorben in der alten Bundesrepublik. „Der Bestand wurde auf 20 Tiere geschätzt“, so Joachim. Ihnen sei gnadenlos nachgestellt worden. Später sei dann die Gewässerverschmutzung so groß gewesen, dass der Otter keine Nahrung mehr fand.

Einwanderung aus dem Osten

Der Fall des Eisernen Vorhangs – in der DDR hatte es noch große Vorkommen der Fischotter gegeben – und die Renaturierungsbemühungen an den Gewässern seit den 1990er-Jahren hätten dann wieder zu einer Ausbreitung der Tiere auch in Schleswig-Holstein geführt. „Wie viele Tiere in der Osterau oder auch andere Gewässern heimisch sind, lässt sich nicht nachweisen“, sagt Joachim. „Bei Wölfen kann der genetische Fingerabdruck genommen werden, wenn ein Schaf gerissen wurde“, so der Experte. Der Fischotter verschlinge aber Fische. Da blieben keine DNA-Spuren zurück.

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