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Segeberg Im Ernstfall zählt nur die Vollmacht
Lokales Segeberg Im Ernstfall zählt nur die Vollmacht
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10:00 02.11.2018
Von Detlef Dreessen
Ulrich Mildenberger (v. l.), Christel Müller, Carsten Behrends  und Michael Schulz-Komm informieren darüber, wie Senioren möglichst weitgehend selbstbestimmt alt werden können. Quelle: Detlef Dreessen
Trappenkamp

Das Problem werde mit der demografischen Entwicklung noch prekärer, erklärt Ulrich Mildenberger vom Pflegestützpunkt im Kreis Segeberg. „Vor 30, 40 Jahren war es noch üblich, dass die Töchter oder Schwiegertöchter die Pflege zu Hause übernommen haben. Heute arbeiten die meisten Frauen.“ Zudem lebten Verwandte in größerer Entfernung als früher.

„Darum ist es wichtig, dass man rechtzeitig ein Netzwerk mit Nachbarn und Freunden aufbaut, in dem man sich gegenseitig hilft“, sagt Mildenberger. Zum Beispiel, in dem jemand die Post durchsieht. „Mitarbeiter von Pflegediensten haben dafür nicht die Zeit.“

Neben solchen Fragen zu Pflegediensten und Haushaltshilfen und deren Finanzierung steht das Thema Vollmachten und rechtliche Betreuung im Mittelpunkt der Informationsveranstaltung.

In Deutschland gibt es kein Angehörigen-Vertreterrecht

„Ich höre von Senioren oft: Meine Kinder wissen Bescheid“, berichtet Christa Müller, Geschäftsführerin des Betreuungsvereins Segeberg. „Aber es gibt in Deutschland kein Angehörigen-Vertretungsrecht. Man muss erst vom Gericht zum Betreuer bestellt werden. Mit einer Vollmacht dagegen kann man sofort handeln und den Betroffenen rechtlich vertreten.“ Dass Angehörige kein Recht haben, im Krankenhaus etwas zum Zustand der Eltern oder Ehepartner zu erfahren, sei vielen unbewusst. Müller betont: „Auskunft muss ein Arzt nur geben, wenn eine Vollmacht vorhanden ist.“

Die Experten der Betreuungsvereine helfen kostenlos beim Verfassen von Betreuungsvollmachten und Patientenverfügungen. Person des Betreuers, Umfang der Vollmacht, Wünsche für die Zeit, in der man nicht mehr geschäftsfähig oder mündig im Sinne des Gesetzgebers ist – „das Ausfüllen der Formulare dauert etwa eine Stunde“, sagt Michael Schulz-Komm vom Betreuungsverein im Landesverein für Innere Mission in Rickling. Die Kosten trägt das Finanzministerium. Der Betreuer ist dann verpflichtet, diese Wünsche umzusetzen.

Betreuungsvereine helfen kostenlos und ohne Mitgliedschaft

Um sicher zu gehen, sollten die Vollmachten bei der Bundesnotarkammer registriert werden, rät Christel Müller vom Betreuungsverein Kreis Segeberg. Wer eine Betreuungsvollmacht habe, finde auch für die Umsetzung jederzeit Unterstützung bei den Betreuungsvereinen – kostenlos und ohne Mitgliedschaft.

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