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Segeberg Verena Jeske klingelt an fast jeder Tür
Lokales Segeberg Verena Jeske klingelt an fast jeder Tür
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11:43 12.10.2018
Von Sylvana Lublow
Die frühere Stadtverordnete Heidemarie Meins untersützt Verena Jeske, auch wenn sich ihre Partei offiziell für Hans-Jürgen Kütbach ausgesprochen hat. Quelle: Sylvana Lublow
Bad Bramstedt

Die Hausbesuche sind ihre wohl zeitaufwendigste Wahlkampfarbeit – und die macht sie auch nach ihrem ersten kleinen Erfolg weiter. Bis zur ersten Wahl hatte Jeske rund 1500 Haushalte persönlich besucht. „Jetzt sind es schon 1800 und bis zur Stichwahl möchte ich noch zwischen 1000 und 1500 Hausbesuche schaffen“, erklärt sie. Die Stichwahl zwischen Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach und Verena Jeske findet am Sonntag, 21. Oktober, statt.

An diesem Spätnachmittag ist die Graf-Stolberg-Straße im Norden der Stadt an der Reihe. In ihre Jackentasche steckt sie einen Stapel kleiner Flyer. Auch ein Regenschirm muss mit. Wetter macht Verena Jeske nichts aus – sie lief auch schon in der großen Hitzewelle von Haustür zu Haustür.

Die Tour beginnt in einem Mehrfamilienhaus. Geklingelt wird an jeder Tür, doch vor 17 Uhr bleiben einige noch verschlossen. Einer der ersten, der öffnet, ist der ehemalige FDP-Stadtverordnete Joachim Behm. In seinem langen Leben als Kommunalpolitiker hat Behm auch schon Hausbesuche gemacht: „Ich weiß, wie aufwendig das ist“, erzählt er. „Ich stehe zwar Herrn Kütbach sehr nahe, aber ich bewundere Sie trotzdem“, gibt er der Kandidatin mit auf den Weg. Jeske freut sich. „Mein Mann sagt immer, dass ich so gut drauf bin, wenn ich von Hausbesuchen komme. Und es stimmt. Ich mag das“, erzählt sie: „Besser kann man eine Stadt nicht kennenlernen.“

An der nächsten Tür öffnet Sabine Nelte. „Mein Sohn hat sie gewählt, er ist bei der Feuerwehr“, erzählt sie. In ihrer Familie habe es einige Diskussionen vor der Wahl gegeben. „Ich mag, was Herr Kütbach geschafft hat“, sagt sie zu Jeske und fragt, ob sie im Falle einer Wahl auch nach Bad Bramstedt ziehen würde. „Ja, und ich habe auch meinen kleinen Sohn schon im Kitaportal angemeldet“, erzählt die Kandidatin. Das gefällt Nelte.

Auch die ehemalige CDU-Stadtverordnete Heidemarie Meins wohnt in der Graf-Stolberg-Straße. „Sie punkten hier in Bad Bramstedt ja enorm“, begrüßt sie Jeske und lobt weiter: „Sie stehen für einen fairen Wahlkampf und das ist mir wichtig. Ich wünsche mir, dass Sie Bad Bramstedts nächste Bürgermeisterin werden.“

Viele Anwohner öffnen erst skeptisch ihre Haustür. Nach ein paar Sekunden macht es dann Klick: „Ach ja, ich kenne Sie!“. Einige wollen nicht viel reden, nehmen das Kärtchen entgegen und versprechen, zur Stichwahl zu gehen. Andere bitten Verena Jeske herein, doch das kann sie nicht immer annehmen, „dann würde ich kaum etwas schaffen“, sagt sie.

Was auffällt: Verena Jeske lächelt viel, ist locker, auch mal für einen Spaß zu haben. Dinge, die ihr von einigen Kritikern abgesprochen werden. „Ich bin ein herzlicher Mensch und mag Unfreundlichkeit nicht.“ Aber wenn es ums Fachliche gehe, dann sei sie durchaus ernst „und dann fehlt mir auch mal das Lächeln.“

„Meine Stimme haben Sie“, sagt Enrico Bahls. Den 42-Jährigen erwischt Jeske, als er gerade von der Arbeit kommt. „Ich bin für frischen Wind und das wird auch was, glaube ich“, sagt Bahl. Dann ist Schluss, es ist 19 Uhr, sie will die Leute nicht weiter stören. Die parteilose, aber von der SPD nominierte Bewerberin ist zufrieden: „Nur ganz selten wird mir mal die Tür vor der Nase zugeschlagen. Dann häufig mit Worten ’Sie kommen von der SPD, die wähle ich nicht’.“

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