Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Segeberg Ehemaliger Lehrer wird zum Hobbyzüchter
Lokales Segeberg Ehemaliger Lehrer wird zum Hobbyzüchter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:02 29.07.2018
Von Michael Stamp
Camar Grandeur ist Lothar Schwitteks ganzer Stolz. Quelle: Michael Stamp
Wahlstedt

Übermütig tollt das Fohlen über die Weide. Zeitweise sind alle vier Hufe gleichzeitig in der Luft. „Ja, das sind Pferde, die fliegen können“, sagt Lothar Schwittek mit glücklichen Lächeln und lehnt am Gatter. Zufrieden schaut der 71-jährige auf das Jungtier, das bei aller Neugier immer wieder die beruhigende Nähe seiner Mutter sucht.

Schon seit ganzes Leben hat Schwittek mit Pferden zu tun gehabt. Die Familie des gebürtigen Flensburgers stammt aus Ostpreußen. Dort war der Großvater für alle Pferde des Gutes Bednarken in der Nähe von Osterode zuständig. Der junge Lothar nahm seit dem vierten Lebensjahr Reitunterricht beim Vater, der Reit- und Fahrlehrer bei der Wehrmacht gewesen war.

Besonderes Interesse hatte der Wahlstedter an der Vielseitigkeit und am Springen. Als Jugendlicher wirkte er in einer Cascadeurgruppe mit, die bei ländlichen Wettbewerben im Ringreiten auftrat. „In den 60er Jahren habe ich ein Praktikum beim Zirkus Knie gemacht – bei Fredy Knie senior“, schildert Schwittek. Während des Studiums war er Bereiter in einem Kieler Reitstall. Aber als es in den Unterricht für Deutsch, Geschichte, Wirtschaft/Politik und Sport ging, musste die Leidenschaft für die Reiterei zurückstecken. Unter anderem unterrichtete Schwittek an der Wahlstedter Realschule und zuletzt über 25 Jahre an der heutigen Schule am Burgfeld in Bad Segeberg. Rein fachlich begleitete Schwittek sein Hobby aber weiter. Er fasste schon vor langem einen Plan: Wenn er im Ruhestand ist, will er sich noch einmal so richtig der Reiterei widmen.

Nach schwerer Krankheit ist er jetzt mit großem Eifer dabei

Doch dann wurde Lothar Schwittek vor zwei Jahren schwer krank – und es schien, als könne er seinen Traum nicht mehr verwirklichen. Mittlerweile hat er diesen gesundheitlichen Rückschlag aber überwunden und freut sich um so mehr, wenn er Camar Grandeur über die Koppel toben sieht. Das Muttertier heißt Camar Gaziyah, ist 16 Jahre alt und eine Trakehnerstute mit anglo-arabischer Mutterlinie. Der Vater heißt Fairmont Hill.

Zur Welt kam das Fohlen am 29. Mai. Als es so weit war, verließ sich Lothar Schwittek ganz auf das erfahrene Muttertier und seine eigene fachliche Begleitung. „Die Geburt habe ich ganz alleine gemacht“, erzählt er. „Ohne Hilfe vom Tierarzt.“

Jetzt erfreut sich Lothar Schwittek daran, das Fohlen zu beobachten. Verkaufen will er das Tier in absehbarer Zeit nicht, obwohl es nicht nur nach seiner eigenen Einschätzung großartige Anlagen hat. „Er ist hochbeinig, edel – und Experten haben seinen Trab gelobt.“ Mit viel Geduld hat er Grandeur beigebracht, sich brav am Zügel führen zu lassen. Mit Leckerlis wurde das Pferd, das auf einer Koppel in Schackendorf steht, regelrecht bestochen. Er hat inzwischen sein Brandzeichen und ist ins Zuchtbuch der Freunde des arabischen Pferdes aufgenommen worden.

Neben diesem Muttertier besitzt Lothar Schwittek noch zwei arabische Vollblutstuten. Die Zucht firmiert unter Hof Friedenthal. Tag für Tag steht der frühere Lehrer auf der Koppel – und schaut Grandeur beim Aufwachsen zu.

Der frühere Lehrer Lothar Schwittek verbringt seinen Lebensabend als Pferdezüchter.
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Serhat Yilmaz (28) ist für das Bürgermeisteramt von Bad Bramstedt ein ungewöhnlicher Kandidat. Als Taxifahrer wisse er, wo der Schuh den Leuten drückt, sagt der Deutsche mit kurdischen Wurzeln. Auch in der Türkei hat er schon für Schlagzeilen gesorgt, aber ihm schlägt auch Fremdenhass entgegen.

Einar Behn 28.07.2018

Unkraut ist für Astrid Hadeler ein Unwort. Die Naturexpertin aus Krems II bevorzugt das Wort Wildkräuter. „Unkraut nennt man Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt wurden“, zitiert sie den amerikanischen Schriftsteller Ralph Emerson. Sie selbst schwört auf die Kräfte der Natur-Apotheke.

27.07.2018

Für über 50 Millionen Euro sollen auf dem 20 Hektar großen Gelände des Forschungszentrums Borstel in Sülfeld moderne und den aktuellen Sicherheitsbestimmungen angepasste Gebäude gebaut werden, in denen geforscht wird. Bund und Land stecken das Geld in diesen Standort.

Nicole Scholmann 27.07.2018