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Segeberg Von Umweltzerstörung ist die Rede
Lokales Segeberg Von Umweltzerstörung ist die Rede
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19:58 06.02.2019
Von Sylvana Lublow
Die Naturschutzbehörde spricht von "mittelalten Eichen", der Nabu davon, dass einige über 100 Jahre alt waren. Quelle: hfr
Nützen

Ob in den sozialen Medien oder anhand von Zuschriften: Der Diskussionsbedarf ist groß. Vor allem die Abholzung der alten Eichen im Knick beschäftigt die Menschen, die sich fragen, warum so etwas genehmigt werden konnte.

„Legal ja, aber legitim?“, fragt ein Facebook-Nutzer, „Es bleibt eine Umweltzerstörung“, sagt ein anderer. „Gewerbegebiete haben mehr Nennwert als ein Wald“, regt sich jemand auf. Der Kaltenkirchener Detlef Braasch ließ seiner Wut Luft in einer langen E-Mail, die er neben der SZ auch an die zuständigen Behörden sendete. Darin klagt er an: „Mit den Genehmigungen für die Vernichtung eines Waldes und zweier Eichenknicks haben Sie eine weit und breit beispiellose Naturzerstörung zugelassen. Nur wieder für den reinen Kommerz, begierig auf ein paar Steuereinnahmen, zugunsten eines Investors.“

Der Knick gehört zum Wald und ist kein Biotop

Tatsächlich wurde neben dem Rotfichtenwald auch ein 100 Meter langer Eichenknick plattgemacht. Karl Ratjen, Vorsitzender des Nabu Kisdorfer Wohld, ist darüber nicht erfreut. „Am oberen Knick standen 21 große Eichen mit Durchmessern zwischen 60 und 80 Zentimetern, einige waren über 100 Jahre alt. Die Bäume hätte man stehen lassen sollen“, sagt der Naturschützer. An einigen der Eichen seien Spechtlöcher gewesen, das habe ein anderes Nabu-Mitglied vor der Abholzung beobachtet. „In so einem Fall ist die Abholzung verboten“, sagt Ratjen. 2013 sei der erste Antrag auf Waldumwandlung bei der Unteren Forstbehörde eingegangen, weiß Ratjen: „Irgendwann wurde es dann genehmigt, allerdings hatte die Untere Naturschutzbehörde die Empfehlung ausgesprochen, den Eichenknick stehen zu lassen.“ Doch die Entscheidung lag beim Grundstückseigentümer und bei der Gemeinde Nützen. „Das Problem ist, wenn ein Wald und ein Knick zusammenstehen, gehört der Knick zum Wald und zählt nicht als Biotop“, erklärt Ratjen. „Wenn also die Abholzung des Waldes genehmigt wird, darf auch der Knick abgeholzt werden.“

Naturschutzbehörde hatte keine Bedenken

Klaus Brakel, Bürgermeister von Nützen, hat für diese Argumente kein Ohr. „Die Forstbehörde hat das genehmigt, die Entscheidung, den Knick zu fällen, liegt beim Eigentümer, das ist nicht meine Baustelle.“ Den Eigentümer wollte Brakel nicht preisgeben. Außerdem, so Brakel, befänden sich unter der drei mal so großen Ausgleichspflanzung genügend neue Eichen. Die Ausgleichsflächen betragen zusammen acht Hektar in Nützen, Hasenmoor und Hartenholm.

Auf Nachfrage bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Segeberg, warum die Abholzung genehmigt wurde, heißt es: „Der Wald unterliegt dem Landeswaldgesetz und da entscheidet die Forstbehörde.“ Ebenso verhalte es sich mit dem Eichenknick. Und weiter: „Der Naturschutzbehörde sind in der betroffenen Waldfläche keine konkreten Vorkommen besonders geschützter Tier- und Pflanzenarten bekannt.“ Im Verfahren wurden von der Unteren Naturschutzbehörde keine grundsätzlichen Bedenken geltend gemacht.

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