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Segeberg Roland Scheel hält wieder Gottesdienst
Lokales Segeberg Roland Scheel hält wieder Gottesdienst
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15:00 21.07.2018
Warders Pastor Roland Scheel (59) ist nach mehrmonatiger Kranksheitspause zurück. Er will mehr auf sich achten, regelmäßig Pausen machen, dann Fahrrad fahren oder spazierengehen. Quelle: Nadine Materne
Warder

Seit einigen Wochen nimmt Scheel stundenweise wieder seine Arbeit auf. Am Sonntag hält er wieder seinen ersten Gottesdienst. „Ich freue micht darauf“, sagt der 59-Jährige. „Gottesdienste habe ich immer geliebt.“ Wie früher kann es jedoch nicht weitergehen.

„Früher habe ich gedacht: Menschen mit Burnout sind nicht belastbar“, räumt Roland Scheel ein. Inzwischen weiß er, wie falsch er damit lag. „Ich bin wirklich durch ein tiefes Tal gegangen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so weit runter geht“, erinnert sich der Pastor. Es sei nicht leicht zu beschreiben – und zu sehr in private Details will Scheel auch nicht gehen.

Immer im Einsatz und kaum Ruhezeiten

„Der Körper fährt auf das Notwendigste herunter“, erzählt Scheel. Selbst auf alltägliche Aufgaben, die eigentlich selbstverständlich sind, müsse man sich stark konzentrieren.  Als Pastor sei man eigentlich eh 24 Stunden im Einsatz. Dazu die Zunahme der neuen Kommunikationsmittel – E-Mail, Whatsapp: „Ständig ist man erreichbar und es wird auch sofort eine Antwort erwartet.“ Ruhezeiten habe es so gut wie keine gegeben.

Zu Beginn des Jahres zog Scheel die Notbremse und holte sich Hilfe, ging in eine Klinik zur Reha. Vom Kirchenkreis und der Gemeinde habe er dabei größte Unterstützung erhalten. „Sonst wäre das nicht möglich gewesen.“ Was in Warder passierte, während sich Scheel nur auf seine Genesung konzentrierte, erfuhr er damals nicht. „Ich war komplett abgeschirmt.“ Binnen kürzester Zeit konnte ein Vertretungspastor gefunden werden.

"Kirche funktioniert auch ohne mich"

Erholt sieht er aus. Braun gebrannt. Die Gemeinde habe ihn herzlich willkommen geheißen nach der Auszeit, viele wollten wissen wie es ihm gehe. Scheels wohl wichtigste Erkenntnis aus der Zwangspause: „Kirche funktioniert auch ohne mich.“ Der Gospelchor traf sich eigenständig, der Mitglieder der Gemeinde und des Kirchengemeinderats teilten die Arbeiten unter sich auf: Jugendarbeit, Kitaverwaltung. Roland Scheel, seit 20 Jahren Pastor in Warder, wird nicht wieder alle Aufgaben übernehmen, auch wenn er ab August wieder eine volle Stelle einnimmt. Die wohl umfangreichste Veränderung: Jörg Buthmann, Wensins Bürgermeister, hat den Kirchengemeinderatsvorsitz von Scheel übernommen.

Die Arbeit wieder genießen, Freiräume schaffen

In der Reha habe Scheel die Gelassenheit neu entdeckt, sagt er. Scheel schafft sich jetzt mehr Freiräume, nimmt feste Pausen nach Plan. Dann geht er spazieren oder fährt Rad. Auch die Arbeit geht Scheel nun gelassener an. „Was abends nicht fertig ist, mache ich am nächsten Tag.“ Das habe er vorher nie gemacht, etwas liegengelassen. Nun schreibt er sich Aufgabenzettel für den nächsten Morgen.  Aufschreiben und weglegen. Damit der Kopf frei wird.

Strategien wie diese will sich Scheel bewahren, um seine Arbeit genießen zu können. Immerhin habe er noch sieben Jahre bis zur Pension und „ich habe noch viele Ideen“: Mit dem Gospelchor soll es dieses Jahr wieder ein Weihnachtskonzert geben, nächstes Jahr ist eine Reise zur Partnerkirchengemeinde in die USA nach Ohio geplant.

Von Nadine Materne

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