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Seeadler startet wieder durch

Wildpark Eekholt Seeadler startet wieder durch

Mitarbeiter des Wildparks Eekholt haben am Freitag einen gesund gepflegten Seeadler ausgewildert. Der knapp 15 Jahre alte Vogel wurde vor vier Wochen mit einer lebensbedrohlichen Bleivergiftung bei Bad Schwartau aufgegriffen, sagte Park-Chef Wolf-Gunthram von Schenck.

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Ein Seeadler startet im Wildpark Eekholt während seiner Auswilderung. Der Vogel war im Januar 2018 mit einer Bleivergiftung gefunden und im Wildpark intensiv behandelt worden, sodass er am Freitag in die Freiheit entlassen werden konnte.

Quelle: Daniel Bockwoldt/ dpa

Eekholt. „Der hat ein Riesenglück gehabt“, sagt Wildtierärztin Elvira von Schenck. Mit seinem gelben Hakenschnabel und seinen beeindruckenden Krallen sieht der Seeadler allerdings nicht gerade glücklich aus. Das wird daran liegen, dass Tierpflegerin Manuela Marin ihn in eine Wolldecke gewickelt festhält, während von Schenck den Vogel mit einem Stethoskop abhört.

Er bekommt noch Wegzehrung in den Schnabel gestopft, dann setzt von Schenck das 4,3 Kilo schwere Tier in eine große Transportbox. Die wird über die Straße getragen und auf einer Wiese geöffnet. Der Seeadler bleibt einige Sekunden still sitzen, dann breitet er die Flügel aus und startet mit 2,40 Metern Spannweite zurück in die Freiheit.

Einen Monat lang lebte er in menschlicher Obhut. Er wurde bei Bad Schwartau aufgefunden, kam erstmal in einen Vogelpark an der Ostsee und dann, nach einer Woche, zur Vogelpflegestation im Wildpark Eekholt. Bei der Untersuchung entdeckte von Schenck erst dort, was dem Seeadler fehlte: Bleischrot im Magen hatte eine Blutvergiftung ausgelöst.

„Wahrscheinlich hat er einen Hasen gefressen“, vermutet die Wildtierärztin. Die dürfen nämlich im Binnenland in Schleswig-Holstein nach wie vor mit Bleischrot geschossen werden. Wenn ein Seeadler sich dann über Reste oder Aas hermacht, kann er sich vergiften.

In 18 Jahren wurden in der Vogelpflegestation in Eekholt 55 Seeadler behandelt, 15 Prozent von ihnen hatten eine Bleivergiftung erlitten. Die meisten starben daran, nur zwei erholten sich.

Der Wildpark arbeitet eng mit der Projektgruppe Seeadlerschutz zusammen, die landesweit aktiv ist. Wenn jemand einen Seeadler findet, soll er sich an die Projektgruppe Seeadlerschutz wenden.

Weitere Informationen: projektgruppeseeadlerschutz.de

Von dpa/lno

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