Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Segeberg Neubau hinkt dem Bedarf hinterher
Lokales Segeberg Neubau hinkt dem Bedarf hinterher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:06 11.09.2018
Blick auf die Fassade eines Wohnblocks.
Anzeige
Kreis Segeberg

Vor allem in und um die Kreisstadt Bad Segeberg herum ist Wohnraum knapp. Der Bad Segeberger Lukas Mumme sucht seit einigen Monaten eine Wohnung in der Stadt. Unter 600 Euro Miete sei sowieso wenig zu finden, hat der 25-Jährige beobachtet. Und wenn doch, dann sei die Konkurrenz enorm. „Bei der letzten Wohnung, die ich mir angeschaut habe, gab es 250 Bewerber.“

Mieterbund: Es fehlt an bezahlbarem Wohnraum

Ähnliche Erfahrungen haben die Klienten von Gunter Erbt vom Mieterbund in Neumünster gemacht. Der Jurist berät Segeberger Mieter bei Problemen. „Ich habe einige Klienten, die wollen ausziehen, finden aber nichts.“ Insbesondere in und um die Kreisstadt herum. „Insgesamt ist festzustellen, dass bezahlbarer Wohnraum nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung steht.“

Auch Dr. Ulrik Schlenz von der Wankendorfer Wohnungsbaugenossenschaft bestätigt auf Anfrage: „Insgesamt besteht eine hohe Nachfrage nach Wohnraum im Kreisgebiet.“ Der Leerstand habe sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich verringert. Insbesondere nach Ein- bis Zwei-Zimmerwohnungen im unteren Preissegment sei die Nachfrage hoch. In Bad Segeberg selbst führt die Wankendorfer eine Warteliste mit 75 Interessenten. Die Genossenschaft bewirtschaftet in Segeberg 2700 Wohnungen.

Dabei werden in Bad Segeberg kontinuierlich neue Wohnungen gebaut: 80 waren es im Jahr 2015, in 2016 weitere 65 und in 2017 nochmal 75 – hier hat die Bautätigkeit also gerade nicht abgenommen. Ende 2017 gab es in der Stadt 9070 Wohnungen.

Vor allem in den Städten wurde insgesamt weniger gebaut

Bad Segeberg ist eine Ausnahme: 2016 wurden 1448 neue Wohnungen allein in den fünf Städten des Kreises gebaut. 2017 waren es nicht einmal die Hälfte: 626. Vor allem in Norderstedt (609 Wohnungen in 2016 zu 223 in 2017) und Kaltenkirchen (599 gegenüber 219) nahm die Bautätigkeit ab.

Auf Ebene der Ämter dagegen ist die Bautätigkeit gestiegen: Insgesamt entstanden in den kleineren Gemeinden 472 neue Wohnungen 2017, das sind 132 Einheiten mehr als 2016.

In der aktuellen Wohnungsmarktprognose Schleswig-Holstein im Auftrag des Landes wird für den Kreis Segeberg bis 2019 ein jährlicher Neubaubedarf von 1592 Wohnungen ausgewiesen. Danach sinkt dieser jährlich auf knapp 830 Wohnungen. Überdurchschnittlich hoch sei die Notwendigkeit von neuem Wohnraum in Norderstedt sowie in Bad Segeberg und dem Umland.

Der Kreis wird nicht einspringen

Auch die Kreispolitik ist mit dem Thema Wohnungsbauförderung beschäftigt. Die Notwendigkeit wurde im Projekt Segeberg 2030 erkannt. „Der Kreis wird aber nicht selbst bauen“, sagt Jörg Buthmann, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Infrastruktur und Regionalentwicklung, ganz klar. Eingerichtet wurde eine Arbeitsgruppe Wohnraumförderung. Eine diskutierte Möglichkeit sei eine Kooperation des Kreises mit der Wohnungsbauwirtschaft wie im Nachbarkreis Stormarn geschehen. „Beschlussreif ist aber noch nichts“, sagt Buthmann.

Von Nadine Materne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Montagabend diskutierten Kommunalpolitik, Verwaltung und Architekten sich im Planungsausschuss Henstedt-Ulzburg die Köpfe darüber heiß, nach welchem Energiestandard die neuen Flüchtlingsunterkünfte gebaut werden soll und wie die Kosten, die die Planer vorgelegt hatten, zustande kommen.

Nicole Scholmann 11.09.2018

Mehr als 60 aufgeregte, teils wütende Anwohner des Bad Bramstedter Ortsteils Bissenmoor waren am Montagabend ins Schloss zur Sitzung des Planungsausschusses gekommen. Dort wurde über eine vom Investor gewünschte Änderung des geplanten Hotels beraten: Die Erweiterung von vier auf 14 Stockwerke.

Sylvana Lublow 11.09.2018

Nun wird die Zeit knapp. Auch im zweiten Anlauf gelang es im Amtausschuss Itzstedt nicht, einen neuen Amtsvorsteher oder eine neue Amtsvorsteherin zu wählen.

Birgit Panten 11.09.2018
Anzeige