Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Bauen & Wohnen Untervermietung nur mit Erlaubnis des Vermieters
Mehr Bauen & Wohnen Untervermietung nur mit Erlaubnis des Vermieters
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:02 23.07.2018
Will der Mieter nur ein Zimmer untervermieten und hat hierfür ein «berechtigtes Interesse», dann muss der Vermieter dies erlauben. Foto: Monique Wüstenhagen
Berlin

Will der Mieter seine Wohnung untervermieten, geht das nach Angaben des Deutschen Mieterbundes (DMB) nur mit Zustimmung des Vermieters. Soll die Wohnung insgesamt untervermietet werden, ist der Vermieter in seiner Entscheidung, ob er zustimmt oder nicht, völlig frei.

Lehnt er ab, hat der Mieter ein Sonderkündigungsrecht. Er kann den Mietvertrag mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Das kann für Mieter interessant sein, die einen Zeitmietvertrag abgeschlossen haben oder einen unbefristeten Mietvertrag mit einem mehrjährigen Kündigungsausschluss.

Will der Mieter dagegen nur einen Teil seiner Wohnung untervermieten, also einzelne Zimmer, und hat er hierfür ein "berechtigtes Interesse", muss der Vermieter die Erlaubnis zur Untervermietung erteilen. Reagiert er nicht oder stimmt er nicht zu, macht er sich - so der Deutsche Mieterbund - schadensersatzpflichtig.

Nach einer Entscheidung des Landgerichts Berlin (Az.: 63 S 277/16) ist ein berechtigtes Interesse an der Untervermietung zu bejahen, wenn das der finanziellen Entlastung des Mieters von den hohen Mietkosten dient. Nicht erforderlich ist, dass eine Doppelbelastung durch Mietausgaben vorliegt oder der Mieter zwingend auf die Einsparung angewiesen ist.

Hat der Mieter ohne Einverständnis des Vermieters untervermietet, ist dies eine Pflichtverletzung und kann zu einer Kündigung führen. Nach einer Entscheidung des Landgerichts Berlin (Az.: 67 S 203/16) ist dabei aber immer auf die Umstände des Einzelfalls abzustellen.

Die nicht eingeholte Erlaubnis ist zumindest dann keine erhebliche Pflichtverletzung und rechtfertigt keine Kündigung, wenn das Mietverhältnis seit mehr als zwölf Jahren problemlos läuft und der Mieter einen Anspruch auf Erteilung der Untermieterlaubnis gehabt hätte, der Vermieter also zur Zustimmung verpflichtet gewesen wäre.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei Mieterhöhungen geht es oft um die Frage, was den Wohnwert erhöht und was selbstverständlich ist. Bei ihren Urteilen orientieren sich Gerichte oft am Nutzwert für den Mieter.

20.07.2018

Sie nerven, sind aber nicht gesundheitsschädlich: Wer Fruchtfliegen loswerden möchte, kann eine Falle aus Fruchtsaft, Essig, Wasser und Spülmittel bauen. Oder er vertreibt die Tiere mit natürlichen Düften.

20.07.2018

Früher konnten Ikea-Kunden jederzeit die gekaufte Ware zurückgeben. Erst kürzlich setzte der schwedische Modehändler eine Frist für den Umtausch fest. Jetzt müssen Verbraucher eine weitere Einschränkung beachten.

19.07.2018