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Gesundheit Das UKSH in Kiel und Lübeck eröffnet 2019
Mehr Gesundheit Das UKSH in Kiel und Lübeck eröffnet 2019
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09:52 12.03.2019
Die Gebäude auf dem Campus Kiel sind schon so gut wie fertig. Quelle: UKSH

Ein UKSH, zwei Campi, eine Architektur. Was erst eine Vision war und dann ein ehrgeiziger Plan, wird bald Wirklichkeit. In wenigen Wochen werden nach nur vierjähriger Bauzeit die zentralen Gebäude an beiden Standorten fertiggestellt sein. Gefeiert wird das am 16. August dieses Jahres in Kiel und am 8. November in Lübeck.

Die Anfänge der baulichen Rundumerneuerung der Universitätsmedizin reichen zurück bis ins Jahr 2009. Damals entstand ein Medizinisches Strukturkonzept, dessen Leitgedanke die Krankenversorgung der Zukunft in Schleswig- Holstein definierte und die aktuellen und zukünftigen medizinischen Notwendigkeiten sowie die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zugrunde legte. Aktuelle Prognosen und Kapazitätsberechnungen berücksichtigen deshalb den demografischen Wandel und auch den medizinischen Fortschritt. Diese Daten bilden wiederum die Grundlagen für die bauliche Gestaltung. Dazu UKSH-Vorstandsvorsitzender Prof. Jens Scholz: „Wenn wir immer komplexere Krankheitszustände effektiv diagnostizieren und therapieren wollen, müssen wir die Fächer in unmittelbare Nachbarschaft zueinander rücken. Unser Ziel ist, dass die Kliniken zum Patienten kommen.“ Mit dem Landtagsbeschluss zum Baulichen Masterplan der Universitätsmedizin der Zukunft im Jahr 2011 sprach Prof. Scholz von einer „historischen Entscheidung“. Heute ist klar: „Dies ist ein entscheidender Schritt, die Krankenversorgung eines Viertels der Menschen in Schleswig-Holstein für die kommenden Dekaden zu sichern und die Innovationskraft von Forschung und Lehre zu stärken. Und nicht zuletzt machen wir damit 13.500 hochattraktive Arbeitsplätze in Kiel und Lübeck zukunftssicher.“ Auch was Ästhetik und Funktionalität des neuen UKSH betrifft, ist der Vorstandsvorsitzende begeistert und spricht von einer „architektonischen Meisterleistung“. Was vor allem darauf zielt, dass es den Planungsteams gelungen ist, die immerhin 80 Kilometer weit auseinanderliegenden Standorte Kiel und Lübeck wie aus einem Guss erscheinen zu lassen und dem zweigeteilten Campus mithin einen unverwechselbaren Charakter zu verleihen.

Die Zukunft der Universitätsmedizin in Schleswig-Holstein

Der mit Backstein verkleidete Sockel der Fassaden fügt sich in Kiel wie in Lübeck harmonisch in die umgebende Bebauung ein und steht selbstbewusst für norddeutsche Bautradition. Aufstrebende Baukörper präsentieren sich in einem klar strukturierten, hellen und freundlichen Gewand mit goldenen Farbakzenten. Die Materialien sind langlebig und nachhaltig. Bis hinein in die Patientenzimmer setzt sich zudem die Idee des lichtdurchfluteten Krankenhauses fort. Helle und freundliche Farben ebenso wie warme Holztöne schaffen dort gegenüber dem oft kühl wirkenden Ambiente anderer Häuser eine hohe Behaglichkeit, ohne dass die hygienischen Standards darunter leiden müssten. Feine Unterschiede zwischen den beiden Standorten gibt es dennoch, denn sie können logischerweise nicht unabhängig von ihrer jeweiligen Umgebung gesehen werden. In Kiel fällt der Umgang mit der Bestandsstruktur auf. Oder eben nicht, denn die Architekten sind höchst subtil zu Werke gegangen und haben gerade auch die denkmalgeschützten Gebäude respektvoll in ihre Überlegungen einbezogen. So wurde die Frauenklinik gegenüber dem aktuellen Zustand in ihre Ursprungsform zurückgebaut und durch eine Rahmung mit dem Neubau besonders in Szene gesetzt. Das Gebäude der HNO-Klinik wurde derweil behutsam erweitert. Zugleich entschied man sich für einen Rückbau des vorgelagerten Hörsaals. Die Fassade ist dabei im Stil des Altbaus gehalten.

Weithin sichtbar ist der neue Haupteingang des UKSH Campus Kiel. Flankiert von der neuen Cafeteria und dem denkmalgeschützten Gebäude der HNO werden Besucher, Mitarbeiter und Patienten zum großzügigen, verglasten Eingang geleitet. Der neue Vorplatz am Campus Kiel ist Orientierungspunkt und Eingang des gesamten Klinikums zugleich. Mit seinem gastronomischen Angebot lädt das Bistro in unmittelbarer Nähe des Haupteingangens zum Verweilen ein. Über die lichtdurchflutete Eingangshalle werden alle Nutzungen miteinander verbunden und für Patienten gut auffindbar strukturiert. Auch auf dem Campus Lübeck geht die Architektur auf Tuchfühlung mit dem Bestand. Die Gebäudestruktur erhält einen neuen Eingang hin zur Ratzeburger Allee und verkörpert eine großzügige Eingangsgeste mit direkter Anbindung ans Parkhaus. Ausgebaut wurde und wird das bestehende Zentralklinikum mit seiner Kammerstruktur. Damit können die bisher in Provisorien untergebrachten Kliniken ins Mutterhaus integriert werden. Respekt vor der Baukultur spielt in Lübeck ebenfalls eine herausragende Rolle. Die denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Psychiatrischen Klinik Strecknitz sind genau wie die „Hamburger Häuser“ selbstverständlich erhalten geblieben. Eine zentrale, von Bäumen gesäumte Achse führt zur neuen verglasten Eingangshalle. Als Entree zum Klinikum tut sich ein zum Eingang hin leicht abfallender Vorplatz auf, ein mit hoher Aufenthaltsqualität versehener großzügiger Freiraum, der die neue Adresse des Klinikums markiert. Harmonisch miteinander verknüpft werden dabei die Verkehrsströme von Fußgängern und Taxis, aber auch die Angebote der Außengastronomie. Die großzügige Eingangshalle empfängt Besucher, Mitarbeiter und Patienten hell, freundlich, mit sicht- und spürbarer Transparenz. Große Öffnungen im Dach unterstreichen den mehrgeschossigen Raum als besonderen Anlaufpunkt und neue Adresse des UKSH, Campus Lübeck. Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten in Kiel und Lübeck unterdessen noch nicht. In dieser letzten Phase ist an diversen Stellen vor allem der Innenausbau noch ein Thema. Gleichwohl stehen in vielen Räumen des Klinikums schon die Umzugskartons parat. Und in den Gesichtern der Frauen und Männer, die in diesen Räumen arbeiten, spiegelt sich immer wieder Vorfreude auf ein schöneres Umfeld, auf effektivere Abläufe und nicht zuletzt auf die Möglichkeit, den Patienten noch besser helfen zu können.

Die Eröffnungen

Innerhalb von knapp vier Jahren hat das UKSH in Kiel und Lübeck Neubauten geschaffen, die höchsten Ansprüchen an die künftige Versorgung der Patienten gerecht werden und die Innovationskraft von Forschung und Lehre stärken. Offiziell und öffentlich in die medizinische Zukunft starten will das UKSH am 16. August am Campus Kiel und am 8. November am Campus Lübeck. Angekündigt haben sich prominente Redner aus der Bundes- und Landespolitik: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Ministerpräsident Daniel Günther haben ebenso zugesagt wie die Bürgermeister von Kiel und Lübeck, Dr. Ulf Kämpfer und Jan Lindenau. Musikalische Darbieten steuern das Schleswig-Holstein Musik Festival, die Big-Band Salt Peanuts und Sarah Connor bei. Und es gibt natürlich die Gelegenheit, einzutauchen in die besondere Architektur der Neubauten und faszinierende digitale Neuerungen kennenzulernen. Faktisch und praktisch geht es schon früher los mit dem UKSH der Zukunft. Bereits am 18. April wird der Neubau am Campus Kiel vom Immobilienpartner an das UKSH übergeben, am 31. Juli soll dasselbe am Campus Lübeck geschehen. Anschließend nimmt das UKSH die Gebäude in Betrieb. Zunächst wird dann die Schulung des Personals in den neuen räumlichen Strukturen sowie die Ausstattung mit Medizintechnik und Mobiliar im Mittelpunkt stehen. Begleitet wird der gesamte Prozess vom Change Management des Universitätsklinikums. Schließlich müssen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit zahlreichen technischen, organisatorischen und logistischen Neuerungen vertraut machen.

 

 

 Ministerpräsident Daniel Günther (rechts) und UKSH-Vorstandsvorsitzender Prof. Jens Scholz bei einer Baustellenbesichtigung. Der Regierungschef will auch an der Eröffnung teilnehmen.

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