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09:10 22.03.2019
In den U-Untersuchungen rücken neben der körperlichen Entwicklung der Kinder auch die emotionale, soziale und psychische Kompetenz in den Blickpunkt. Quelle: AOK/HFR

KIEL. Damit der Nachwuchs vom ersten Tag an gesund aufwächst, bieten die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten besondere Früherkennungsuntersuchungen kostenfrei an. Dazu gehört ein spezielles Screening, das schon bei Neugeborenen Erkrankungen wie angeborene Hormon- und Stoffwechselstörungen oder Mukoviszidose erkennt. Auch das Hörscreening gehört dazu, bei dem eine Schwerhörigkeit des Neugeborenen frühzeitig erkannt werden kann. Es wird meistens schon im Krankenhaus durchgeführt, kann aber auch in einer ambulanten Praxis erfolgen.

Bei der sogenannten Pulsoxymetrie wird in den ersten Lebenstagen auf angeborene Herzfehler gescreent. Dabei wird mithilfe eines Lichtsensors bestimmt, wie viel Sauerstoff das Blut enthält. Zu wenig Sauerstoff im Blut kann auf einen Herzfehler hinweisen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur einige Sekunden, es ist keine Blutabnahme nötig. Bei den Früherkennungsuntersuchungen für Kinder (U1 bis U 9) mit dem dazugehörigen gelben U-Heft kann der Kinderund Jugendarzt in regelmäßigen Abständen prüfen, ob sich der Nachwuchs gesund und altersgemäß entwickelt – körperlich, geistig und seelisch. Die U1 findet als erste Untersuchung direkt nach der Geburt statt und die U9 kurz vor dem Schuleintritt, wenn das Kind etwa fünf Jahre alt ist. Ziel ist es, Erkrankungen oder Entwicklungsverzögerungen noch frühzeitiger erkennen und behandeln zu können.

Mehrleistungen der AOK

Die AOK NORDWEST übernimmt nach der U9 zusätzlich noch die Kosten für die beiden wichtigen Vorsorgeuntersuchungen U10 und U11. Bei der U 10 sollen Entwicklungsstörungen wie Schulleistungsstörungen oder Störungen der motorischen Entwicklung bei Kindern im Alter von sieben bis acht Jahren erkannt werden. Und für neun- bis zehnjährige Kinder zahlt die AOK NORDWEST die U11. Hier sollen ein möglicher problematischer Umgang mit Suchtmitteln erkannt und gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützt werden.

Jugenduntersuchungen werden nur selten genutzt

Im Anschluss an U11 werden noch die sogenannten Jugenduntersuchungen angeboten. Allerdings ging 2017 nicht einmal jeder fünfte Teenager in Schleswig-Holstein zu den wichtigen Untersuchungen J1 und J2, die die AOK NORDWEST ihren Versicherten kostenfrei anbietet. Neben einem Gesundheits- Check bietet sich bei der J1 auch immer die Chance, ausführlich mit dem Arzt zu sprechen. Denn gerade in diesem Alter ist es wichtig, nicht nur die körperliche Entwicklung zu kontrollieren, sondern auch geistige und soziale Komponenten zu beraten. Im Rahmen der Untersuchung werden Größe, Gewicht und der Impfstatus überprüft. Bei der körperlichen Untersuchung klärt der Arzt die pubertären Entwicklungsstadien sowie den Zustand der Organe, des Skelettsystems und der Sinnesfunktionen ab. Fehlhaltungen aufgrund von Wachstumsschüben sowie chronische Krankheiten können bei der J1 frühzeitig erkannt werden. Auch auf eventuelle Hautprobleme und Essstörungen wie Magersucht oder Übergewicht wird eingegangen. Bei Bedarf empfiehlt der Arzt individuelle Präventionsmaßnahmen. Die AOK NORDWEST bezahlt als besondere Mehrleistung für ihre Versicherten im Alter zwischen 16 und 17 Jahren auch die die Jugenduntersuchung J2. Diese zielt unter anderem auf das Erkennen von Pubertäts- und Sexualitätsstörungen, Haltungsstörungen und Diabetes-Risiko. Zu diesem Termin sollten die elektronische Gesundheitskarte und der Impfpass mitgebracht werden.

Impfen gegen HP-Viren

Eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) schützt nachweislich vor Gebärmutterhalskrebs. Für Mädchen und junge Frauen im Alter von neun bis 17 Jahren zahlen die Krankenkassen die HPV-Impfung bereits seit einigen Jahren. Auch viele Jungen und Männer sind mit HPV infiziert, ohne es zu wissen. Sie können zwar keinen Gebärmutterhalskrebs bekommen, sind aber Überträger des Virus und können an einem HPV-bedingten Tumor erkranken. Deshalb zahlt die AOK NORDWEST die Impfung jetzt auch für Jungen im Alter von neun bis 17 Jahren. In der Regel werden Jungen wie Mädchen zweimal in einem Abstand von sechs Monaten mit einer Spritze geimpft. Die Impfung sollte vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen.

Das AOK-Gesundheitsbudget über 500 Euro

Mit dem neuen Gesundheitsbudget der AOK NORDWEST können AOK-Versicherte exklusive Mehrleistungen in Anspruch nehmen und entscheiden selbst über die Verwendung der zusätzlichen Leistungen. Die AOK NORDWEST erstattet ihren Versicherten 80 Prozent der Kosten bis zu maximal 500 Euro im Kalenderjahr. Damit können auch die Kosten für eine spätere HPV-Impfung bei jungen Frauen und Männern ab 18 Jahren über das AOK-Gesundheitsbudget erstattet werden.

Weitere Infos zum neuen AOK-Gesundheitsbudget online unter aok.de/nw/ganzeinfach. Kostenfreies Servicetelefon: 0800 265 5119

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