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Gesundheit Zahn-Implantate so genau wie noch nie
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09:29 14.03.2019
Das Schema zeigt das OP-Verfahren bei der Verlagerung der Kiefer. Links der Ausgangszustand, rechts die Kiefer in der neuen Position mit den sogenannten „Osteosythese Platten“, mit denen die in der OP voneinander getrennten Knochensegmente der Ober- und Unterkiefer verschraubt und verplattet werden. Quelle: UKSH

Der menschliche Mediziner wird zwar schon noch gebraucht, doch die digitale Unterstützung reicht so weit wie noch nie. Erst seit Jahresbeginn wendet die Klinik für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie des UKSH mit ihrem Direktor Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang beim Einbringen von Zahn-Implantaten ein neues Verfahren an, das äußerst exakte Ergebnisse bringt und Komplikationen merklich reduzieren kann.

Etwa eine Million Implantate werden jedes Jahr in deutschen Kliniken oder Zahnarztpraxen in der Regel bei den folgenden drei Hauptindikationen eingesetzt:

1. Die klassische Lücke, die auf beiden Seiten einen Zahn als Nachbarn hat, um das Beschleifen der Nachbarzähne zu vermeiden.

2. Bei einer Lücke ohne Anschlussmöglichkeit kann durch die Verwendung von Implantaten auf einen herausnehmenbaren Zahnersatz gegebenenfalls verzichtet werden

3. Zur Verbesserung des Prothesenhalts.

 

Immer wichtig ist die dabei die genaue Aufklärung der Patienten über die geplante Behandlung, die Kosten und auch alternative Versorgungsmöglichkeiten, betont Wiltfang. Doch egal, aus welchen Gründen die Entscheidung fürs Implantat fällt, nach den Worten des Klinikdirektors gilt die Regel: „Es muss möglichst exakt sein.“ Je nach Patient und genauer Stelle verfügt der Kieferknochen oft nur über eine Stärke von wenigen Millimetern, sodass teilweise ein Knochenaufbau vorgenommen werden muss, um erst einmal die nötige Umgebung fürs Implantat zu schaffen. Und selbst dann geht es mitunter so eng her, dass schon eine Abweichung von einem Bruchteil eines Millimeters sehr unbefriedigende Ergebnisse bringen kann.

Freihändiges Arbeiten empfiehlt sich demzufolge für den Kieferchirurgen so gar nicht. Besser funktioniert es mit einer Schablone, die auf der Basis eines Gebissabdrucks und einer 3-D-Computertomographie erstellt wird. „Das ist allerdings aufwendig, relativ teuer und bringt nicht immer so exakte Ergebnisse, wie wir uns das wünschen würden“, bewertet Wiltfang die bisherige Standardmethode. Bei dem am UKSH seit Jahresbeginn praktizierten neuen Verfahren ist unterdessen der gesamte Prozess computergesteuert, erläutert Prof. Wiltfang: „Der Bohrer wird dabei wie das Auto mit dem Navigationsgerät genau ans gewünschte Ziel geführt.“ Mit dem Unterschied natürlich, dass im OP der Kieferchirurg gewissermaßen am Steuer sitzt. Grünes Licht gibt ihm der Computer am Ende nur dann, wenn sich der Körner, der das Bohrloch markiert, genau an der richtigen Stelle befindet. Die Abweichung beträgt damit nur noch höchstens 0,2 bis 0,3 Millimeter, während die Schablonen- Technik bis zu 1, 5 Millimeter Streuung brachte. „Im Kieferbereich ist das eine Welt“, betont Prof. Wiltfang, der die bisherigen Ergebnisse in seiner Klinik als exzellent bewertet. Studien zeigen nach seinen Angaben außerdem, dass das neue Verfahren auch langfristig bessere Ergebnisse bringt als das bisherige.

Das 3D-Bild zeigt die oberen Luftwege des Rachens, einmal von oben (obere Reihe) und von der Seite (untere Reihe). Bei der Vorverlagerung des Unterkiefers werden die Zunge und der Mundboden mit vorgezogen. Damit erweitert sich Luftraum hinter dem Zungengrund. Eine Verengung (Bild links) führt bei Patienten mit Schlafapnoe dazu, dass der Raum beim Schlafen komplett durch die zurückfallende Zunge geschlossen wird und viel zu wenig Sauerstoff aufgenommen wird. Durch die OP wird der Luftraum wieder „aufgespannt“.

Gleichwohl mag Prof. Wiltfang nicht verschweigen, dass Implantate nach wie vor mit Komplikationen verbunden sein können. In etwa 18 Prozent der Fälle sind das über kurz oder lang Entzündungen, die besonders dann auftreten, wenn es schon zuvor Probleme mit Parodontitis, also Zahnfleischentzündungen gab. Von vornherein vermeiden kann derlei Ungemach jedoch, wer die Zahnpflege hochhält, sparsam mit Süßigkeiten umgeht, das Rauchen bleiben lässt und regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung geht. Schließlich ist ein echter Zahn immer noch besser als ein noch so perfektes Implantat.

Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang ist Direktor der Klinik für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie.

Ein Schrittmacher für die Zunge

Betroffen sind fast immer Männer. Und die nehmen das Problem oft weniger bewusst wahr als ihre Frauen, die neben ihnen schlafen. Die Rede ist von nächtlichen Atemaussetzern, im Fachbegriff Schlafapnoe genannt. Gegen das Problem, das in gesundheitlicher und ebenso in sozialer Hinsicht nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte, gibt es eine Reihe therapeutischer Maßnahmen. „Atemaussetzer in geringem Umfang sind unbedenklich“, betont Prof. Jörg Wiltfang von der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Aufpassen sollte man aber dann, wenn es regelmäßig zu mehr als zehn Aussetzern pro Stunde kommt. Schließlich dauert ein solcher Aussetzer mindestens zehn, meistens 20 bis 30 Sekunden und im Extremfall auch länger, sodass der Körper erheblichem Stress ausgesetzt ist. Negativ wirkt sich aus, dass wegen dieser Störung die Sauerstoff-Sättigung im Blut abnimmt und auf bis zu 80 oder 70 Prozent sinkt. Das vegetative Nervensystem versucht dann, dieses Defizit durch eine Steigerung des Blutdrucks und der Herzfrequenz auszugleichen, sodass auf lange Sicht Folgen bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall drohen. Ihre Not mit diesem Problem haben hierzulande nach Schätzungen zwei bis drei Prozent der Männer, nur in seltenen Fällen sind Frauen betroffen. Anfällig ist offenbar besonders, wer Übergewicht hat und zum Schnarchen neigt. Rein technisch spielt sich das Phänomen so ab, dass sich im Schlaf die Zunge im Prinzip zu sehr entspannt und in die Luftröhre zurückfällt.

Etwas dagegen zu unternehmen, das empfiehlt Prof. Wiltfang in jedem Fall, denn neben den gesundheitlichen Risiken ist mit Schlafapnoe oft auch eine empfindliche Beeinträchtigung der Lebensqualität verbunden. Schläft die Ehefrau im selben Bett, leidet sie oft ganz besonders, wenn der Partner nach einem der stündlich bis zu 60 Aussetzer mit lautem Geräusch wieder das Atmen aufnimmt. Der Betroffene selbst indes „kommt gar nicht in die erholsame Schlafphase“, erläutert Klinikdirektor Wiltfang. Er fühlt sich demzufolge tagsüber wie gerädert, ist mitunter so müde, dass er am Arbeitsplatz einschläft und am Ende womöglich seinen Job verliert. „Und natürlich kann es auch mit dem Autofahren böse enden, wenn sich jemand in einem solchen Zustand hinters Steuer setzt“, sagt Prof. Wiltfang. Etwas dagegen zu tun, ist also nötig – und zum Glück möglich. Oft entfaltet schon eine Atemmaske mit leichtem Überdruck eine stabilisierende Wirkung. Wenn das nicht wirkt oder der Patient mit einer Maske nicht klarkommt, kann vor dem Schlafengehen eine speziell angepasste Schiene eingesetzt werden. Die schiebt den Unterkiefer leicht nach vorne, damit die Zunge nicht so weit zurückfallen kann, dass sie die Atemtätigkeit blockiert.

Hilft das ebenfalls nicht, so kann auch operiert werden. Ober- und Unterkiefer werden dabei dauerhaft nach vorne verlegt, über zehn Jahre hinweg können danach 90 Prozent der Patienten beschwerdefrei schlafen. „Das ist ein sehr guter Erfolg“, meint Wiltfang. Nötig ist dafür ein immerhin drei Stunden währender Eingriff, der allerdings zum chirurgischen Standard- Repertoire gehört und keine überdurchschnittlichen Risiken birgt. Die am originellsten anmutende Therapie- Variante dürfte indes der Zungenschrittmacher sein. Spezialisiert auf diesen Eingriff ist Dr. Armin Steffen, Hals-Nasen-Ohren-Arzt auf dem UKSH-Campus Lübeck. Der Nervus hypoglossus (deutsch: Nerv unter der Zunge) wird dabei mit kleinen elektrischen Stromstößen stimuliert, sodass die Zunge beim Schlafen nicht in die Luftröhre zurückfallen kann. Zahlreiche Betroffene freuen sich nach diesem Eingriff tatsächlich über ungestörten Schlaf, doch wie immer gibt es auch ein Risiko, das in diesem Fall hauptsächlich eine mögliche Verletzung des Zungennervs bedeutet.

So oder so ist bei Schlafapnoe eine gründliche Diagnose wichtig. Art und Ausmaß des Problems sollten zunächst im Schlaflabor ermittelt werden. „Ganz wichtig“ ist laut Wiltfang außerdem ein intensiver Austausch mit Hals-Nasen-Ohren-Ärzten, denn nur so kann die richtige Ursache gefunden werden, um daraus die passende Therapie abzuleiten.

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