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KN hilft Leben retten Zwei Stunden am Boden mit Anne
Mehr KN hilft Leben retten Zwei Stunden am Boden mit Anne
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21:45 07.02.2017
Von Cornelia Müller
Regina Aßhauer (vorn) bearbeitet Puppe Anne: 100mal pro Minute in drei Intervallen zudrücken, dazwischen je zweimal beatmen. Quelle: Cornelia Müller

Anne verzeiht alle Fehler. Die aufblasbare Gummipuppe zum Üben dürfen alle potentiellen Lebensretter im Anschluss mit nach Hause nehmen. Jessika Popp stellt das geduldige Model, das viel wird aushalten müssen, vor. Die Intensiv-Krankenschwester vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) ist unter anderem auch Ausbilderin am Institut für Rettungs- und Notfallmedizin. „Und Sie sind ab heute Multiplikatoren“, sagt sie mit gewinnendem Lächeln. Da müssen Bedenken, bei einem unerwarteten medizinischen Notfall als zufällig anwesender Passant, Kollege oder Bekannter des Betroffenen das Falsche zu tun, schon jetzt kleiner werden. Ihr vierter Kursus für „die ungeheuer wertvolle Gemeinschaftsinitiative von Kieler Nachrichten und UKSH“ sei das, berichtet sie. Ansonsten hat sie schon tausende Menschen in Herzdruckmassage, Beatmung und Anwendung des Defibrillators geschult.

 Angelika Quandt aus Osdorf und Angelika Dennin aus Gettorf räumen freimütig ein: „Ich hätte Angst, etwas Verkehrtes zu tun, wenn ich in die Situation als Ersthelfer käme.“ „Das geht jedem so“, beruhigt die Trainerin, „solange man nicht weiß, wie einfach erste lebensrettende Schritte sind. Doch heute greifen erst 34 Prozent der Deutschen bei Menschen ein, die zusammenbrechen, obwohl 60 Prozent es bemerkt haben.“ In den Niederlanden seien 70 Prozent beherzte Helfer. Laut Statistik erleiden 100000 Menschen in der Bundesrepublik jährlich einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Pro Minute ohne Hilfe sinkt die Überlebenschance um zehn Prozent.

 Keine Frage für die erste und später die zweite Gruppe. Das soll auch durch diese zwei Stunden am Boden mit Anne, die jeden Massagedruck mit einem Knacken belohnt, anders werden. „Wirklich 30mal in kurzer Folge fünf Zentimeter tief in den nackten Brustkorb drücken, wenn ich merke, dass der Mensch nicht atmet?“, fragen Ingrid Schuran und Rudolf Pieper aus Ascheffel. Auch Sandra Dauert zaudert noch. „Ein Mensch, der nicht atmet, ist tot. Also setzen Sie alles dran, ihn wieder ins Leben zu holen. Was ist dagegen schon eine Rippe mit Knacks?“, ermutigt Popp. Inzwischen wird sogar gelacht. „Das senkt die Hemmschwelle“, konstatiert Ehepaar Spitz aus Heikendorf. Nicht nur sie werden Anne bald Freunden vorführen – und so noch mehr Lebensretter in spe gewinnen.

 „Leben retten!“ (KN u. UKSH)

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