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KN hilft Leben retten „Ulf hat sofort gesehen, was los war“
Mehr KN hilft Leben retten „Ulf hat sofort gesehen, was los war“
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09:24 08.03.2017
Von Heike Stüben
„Ich bin meinen Rettern von Herzen dankbar, dass sie so für mein Leben gekämpft haben“, sagt Günther Danklefsen (2. von links), der sich noch immer mit (von links) Peter Kostbade, Ulf Greinert und Karl-Heinz Liebenthal zum Tischtennisspielen trifft. Quelle: Frank Peter
Warnau

„Doch ich wurde zurück ins Leben geholt – von couragierten Menschen, die wussten, was zu tun war. Deshalb begrüße ich es wirklich, dass bei der Aktion ,Leben retten!’ mehr Menschen dieses Wissen vermittelt bekommen.“

 Es passiert an einem Freitagabend. In der Schwentinehalle in Klausdorf steht ein Punktspiel im Tischtennis an: TSV Klausdorf gegen die Schellhorner Gilde. Mit dabei: Günther Danklefsen. Der Lehrer und ehrenamtliche Bürgermeister von Warnau ist von Jugend an ein begeisterter Sportler und freut sich auf spannende Spiele. Als er aufgerufen wird, geht er zur Tischtennisplatte, fängt an zu spielen. „Dann bin ich an der Platte plötzlich zusammengesackt, aber das habe ich schon nicht mehr wahrgenommen“, erinnert er sich.

 „Wir waren natürlich erschrocken, haben die Spiele unterbrochen. Und Ulf hat sofort gesehen, was los war“, sagt Mitspieler Peter Kostbade. „Ulf“, das ist Dr. Ulf Greinert, Internist und Pneumologe im MVZ Forschungszentrum Borstel und ein guter Freund von Günther Danklefsen. Der Arzt stellt sofort die Diagnose: Herzinfarkt. Und er übernimmt das Kommando, verteilt die Aufgaben. Während einer den Notruf absetzt, beginnen Peter Kostbade und Karl-Heinz Liebenthal schon mit der Herzdruckmassage, Greinert übernimmt die Beatmung. Eine Arbeitsteilung, die bis zum Eintreffen des Notarztes reibungslos funktioniert. „Das waren lange Minuten“, sagt Liebenthal und auch Ulf Greinert meint: „Als Arzt kenne ich solch lebensbedrohlichen Situationen. Aber auch für mich ist es ein Unterschied, ob so etwas im beruflichen Umfeld passiert mit einem Team drumherum oder unvorhergesehen außerhalb das Berufes. So etwas hatte auch ich noch nicht erlebt.“ Als Günther Danklefsen in der Klinik aufwacht und sich vorsichtig bewegt, spürt er als erstes einen Schmerz. Peter Kostbade, der alte Seebär, hatte ihm bei der Herzmassage eine Rippe gebrochen. „Das kann passieren. Aber diese Schmerzen habe ich wirklich gerne in Kauf genommen“, betont Danklefsen. Denn er weiß: Wäre in den zehn Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes nichts passiert – dann wäre seine Überlebenschance minimal gewesen. Und wenn, dann müsste er mit gravierenden Behinderungen leben. So aber konnte er nach Klinik und Reha normal weiterleben. „Ich habe die Ernährung umgestellt, achte auf den Blutdruck, horche mehr in meinen Körper hinein. Und ich spiele noch immer Tischtennis.“

 Doch die glücklich Rettung hat sich eingebrannt und die gesamte Familie für das Thema Wiederbelebung sensibilisiert. Als Danklefsens in der Zeitung lasen, dass für die Aktion „Leben retten!“ Räume für Wiederbelebungskurse gesucht werden, haben sie sofort dafür gesorgt, dass auch Warnau sein Gemeinschaftshaus zur Verfügung stellt. Auch zu Weihnachten war die Aktion ein Thema: Die Familienmitglieder schenken sich traditionell nichts, sondern spenden stattdessen etwas. Jedes Jahr darf ein anderer bestimmen, wem die Spende zu gute kommen soll. 2016 war Danklefsens Mutter Hannelore an der Reihe. Und für sie stand fest: Das Geld geht an „Leben retten!“. Damit noch mehr Menschen auf den Notfall vorbereitet werden können.

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