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Lifestyle Der Weekender fürs Wochenende
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22:08 06.11.2015
Von Daniel Behrendt
Tasche in Reinform: Der Weekender ist schlicht und trotzdem elegant, lässt sich als Sporttasche genauso gut verwenden wie als Reisetasche und passt zum Mann ebenso gut wie zur Frau. Quelle: dpa

Hackenporsche: Dieser auf Einkaufsroller gemünzte Begriff ließe sich ebenso auf den Rolltrolley anwenden, jenes Gepäckstück, das in jüngerer Vergangenheit wohl die meisten Anhänger hinzugewonnen hat. Immer häufiger begegnet man ihm in handlichen Abmessungen, gerade so groß, dass man ihn am Flughafen nicht am Gepäckschalter aufgeben muss.

An nahezu allen Verkehrsknotenpunkten dieser Welt begegnet man ihnen, den Legionen der Geschäftigen, die strammen Schrittes dahineilen und dabei ein solches hartschaliges Handgepäckstück hinter oder neben sich herziehen. Gerade die zunehmend beliebten, aber zum Ausscheren neigenden Vier-Rollen-Modelle erfordern schon die Versiertheit eines Vielfliegers, um schmerzhafte Rempeleien mit entgegenkommenden Passanten zu vermeiden.

Elegante Variante zum Rolltrolley

Gewiss, sie sehen nach Big Business aus und lassen selbst Holzklassepassagiere wichtig erscheinen – aber wirklich praktisch sind die kleinen Rollmonster nicht. Von dem penetranten Gerumpel, das die Rädchen auf unebenem Grund von sich geben, ganz zu schweigen. Kein Wunder, dass die an holprigen Straßenbelägen reiche Lagunenstadt Venedig vor einiger Zeit ernstlich ein Verbot allen rollbaren Gepäcks erwog.

Weekender: So heißt der flaneurhafte Entspanntheit verheißende, zudem geräuschlose Alternativentwurf. Der Form nach handelt es sich um einen Zwitter aus Sport- und Reisetasche, um ein ebenso lässiges wie anschmiegsames Gepäckstück, gefertigt aus edlem Leder, funktionalem Nylon oder rustikalem Canvas. In seinen Abmessungen ist der Weekender – schon der Name des Gepäckstücks verrät’s – gerade so groß, dass alle für einen Wochenendtrip erforderlichen Utensilien hineinpassen, größere Exemplare eignen sich gar für ein verlängertes Wochenende.

Die gerade noch handliche Größe des Weekenders lädt dazu ein, ihn kernig zu schultern oder aber wie eine leicht überdimensionierte Handtasche graziös neben sich herzutragen. Damit beschert der Weekender Trägern wie Trägerinnen einen gleichermaßen souveränen Auftritt, er ist buchstäblich unisex – und passt damit perfekt ins Zeitalter brüchig werdender Geschlechterrollen.

Für jeden Look und jeder Tageszeit

Stöbert man ein wenig im inzwischen nahezu alle Designlabels und Preisregionen durchmessenden Weekender-Angebot, so stößt man tatsächlich kaum auf Modelle, die entweder allzu tussimäßig daherkommen oder sich als toughe Machotaschen aufspielen.

Ein gelungener Weekender – sei es das etwas jungspundhaft daherkommende Nylonmodell von American Apparel, sei es die gediegene Canvas-Variante mit echtsilbernen Beschlägen von Hermès – ist eine Tasche in Reinform: Ein formschöner Korpus, zwei Henkel dran, basta. Allenfalls ein kleines Vorfach, um Lippenstift, Halspastillen oder Reiseführer griffbereit zu haben, gestehen die stilsichersten Designer ihren zeitlosen Kreationen zu.

Sein schnörkelloses Erscheinungsbild lässt den Weekender auch als Accessoire zu nahezu jedem Anlass, zu jeder Tages- und Jahreszeit, zu jedem Look und Lebensalter stimmig erscheinen. Das wiederum macht diese nicht zu kleine, nicht zu große Tasche ganz im Gegensatz zum Aufmerksamkeit heischenden Rolltrolley zu einer ebenso universellen wie unaufdringlichen Begleiterin.

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