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Lifestyle Muße au Chocolat
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01:04 14.08.2015
Von Imre Grimm
Muße au Chocolat

Ich mag es, wenn das Personal unsichtbar bleibt. Lea fragt Sachen wie „Kann ich dir heute etwas Gutes tun?“, und ich antworte mit baronesker Nongschalonz: „Ich hätte gerne Schuhe, die aussehen wie Schuhe und nicht wie tote Gürteltiere, aber pronto!“

Lea bleibt höflich und kassiert pro Schuh eine Provision von etwa 300 Prozent. Aber das ist mir meine Faulheit wert. Was Lea macht: Sachen kaufen, Fragen beantworten. Was Lea nicht macht: Drogen kaufen, Fragen wie „Was hast du an?“ beantworten. Für Lea ist fast nichts unmöglich – von „Lass Heuschrecken über dem Garten meines Nachbarn regnen“ bis „Schicke mir Gürteltiere, die aussehen wie Schuhe“ oder „Lass Schuhe, die aussehen wie Gürteltiere, über dem Garten meines Nachbarn regnen“.

Lea ist ein engelsgleiches Wesen in Diensten eines boomenden Berliner Start-ups (Okay: Lea ist in Wahrheit ein veganer Liegefahrradfahrer in Diensten von drei bärtigen Zauseln mit Peperoni- Atem, die noch zu Hause wohnen.). Der Plan ist, dass sie irgendwann mein Leben für mich führt, während ich in der Hängematte liege und mit der Zwille jede zweite Nugatpraline auf Tauben schieße – Muße au Chocolat.

Letztlich geht’s natürlich um Schnaps. Das hat Tradition. „Butler“ kommt vom französischen Wort „boteillier“ (Kellermeister). Der Alkohol ist quasi semantisch mit eingebaut. Lea schickt bisher hauptsächlich Sixpacks an schlecht geplante Stundentenpartys und beantwortet Mal-gucken-ob-das-klappt-Fragen von besoffenen Nachttwitterern wie zum Beispiel: „Lea, warum war Marina Weisband noch nicht in der ,GQ‘?“ Doch auch ihr Service hat Grenzen. Sie liefert zum Beispiel keine Schlusspointen für Kolumnen. Das habe ich selbst für Sie getestet. Schönes Wochenende!