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Alev Doğan zu den Schutzhütten von Waldkindergärten

Kommentar Alev Doğan zu den Schutzhütten von Waldkindergärten

Es gibt Geschichten, die sind so absurd, dass man nicht einmal eine Glosse über sie schreiben kann – der reine Sachverhalt ist Satire genug. Man muss kein Fan von Waldkindergärten sein, um zu erkennen, dass hier jemand ein berechtigtes Anliegen hat. Es geht um eine Schutzhütte, die möglichst da stehen soll, wo sich die Kinder aufhalten: im Wald.

Damit die Kinder bei Starkregen Schutz finden, damit Wechsel-Kleidung bereitgehalten wird und damit sich Erzieher um Wickelkinder kümmern können. So weit der gesunde Menschenverstand.

Doch dann werden Landeserlasse, Bundesbaugesetze und kommunale Flächennutzungspläne angeführt, die sich wie Stolpersteine der Bürokratie in kafkaeske Höhen türmen und die Beteiligten in die Knie zwingen.

Den Vogel abgeschossen hat die Untere Bauaufsichtsbehörde der Stadt Rendsburg, die grundsätzlich an der Notwendigkeit einer solchen Hütte zur Unterbringung von Schaufel, Seil und Co. zweifelt. Warum maßt sich die Behörde an, Nachhilfe in Pädagogik zu geben? Dafür fehlt ihr doch die Fachkompetenz.

Nun ist das Innenministerium gefragt, damit die Waldkinder nicht mehr länger das Nachsehen haben. Das Baurecht im Land werde „in der Regel im Zuge der Zulassungsverfahren schon sehr flexibel und professionell angewendet“, sagt ein Ministeriumssprecher. Aber Gespräche mit den betroffenen Eltern zeigen: Es muss dringend nachgeholfen werden.

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Alev Doğan
Volontärin

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Naturkitas in Not
Foto: Da strahlten die Rendsburger „Tummetotts", als sie am Freitag bei strahlendem Sonnenschein mit den Erzieherinnen Lena Richter (li.), Sarah Arend und Praktikant Rokhshad Saghafi im Wald unterwegs waren. Benannt ist der Kindergarten nach Astrid Lindgrens Buch über den Hausgeist „Tomte Tummetott“.

In Politik und Verwaltung hat sich eine hitzige Debatte darüber entwickelt, wie Schutzhütten für die Kinder leichter genehmigt werden können. Zahlreiche Naturkitas haben nämlich massive Probleme, ihre Bauwagen und Holzunterkünfte vorschriftsgemäß aufzustellen. Im Land betrifft dies rund 30 Waldkindergärten.

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