4 ° / -1 ° wolkig

Navigation:
Alev Doğan zu den Stickstoffdioxidwerten

Kommentar Alev Doğan zu den Stickstoffdioxidwerten

Über 580 Messstationen prüfen die Stickstoffdioxidwerte in Ruhrgebietsstädten wie Bochum, Duisburg und Essen ebenso wie in den Millionenmetropolen Berlin, Hamburg oder Köln. In dieser Liste kommt Kiel, die Sailing City an der Ostsee, an vierter Stelle – vor den genannten Städten.

 Da kann die Stadtverwaltung noch so sehr betonen, es handle sich bloß um ein lokales, nur einen kleinen Straßenabschnitt betreffendes Problem – die Platzierung an sich ist erst mal bemerkenswert.

Spätestens jetzt, da die Deutsche Umwelthilfe droht, gegen die Grenzüberschreitung zu klagen, braucht es eine klare Ursachenanalyse. Die Behörden können gar nicht aufhören zu betonen, dass die Grenzüberschreitungen nur mit dem Autoverkehr und nichts mit den Abgasen der Schiffe zu tun haben, die in Kiel festmachen. Frei nach dem Motto: „Am Theodor-Heuss-Ring fahren ja keine Schiffe.“ Und doch ist es überraschend, dass ausgerechnet am Kieler Theodor-Heuss-Ring die Luft so viel schlechter ist als in den allermeisten anderen Städten.

Die Stadt und das Landesumweltministerium haben jetzt die Verantwortung, Fachleute zu engagieren, die alle Faktoren unter die Lupe nehmen und erklären, welche Winde woher welche Abgase wohin tragen. Alles andere wäre stochern im (Dunst-)Nebel. Denn eines ist klar: Sollte es zu einer Klage der Deutschen Umwelthilfe und dann zu Fahrverboten kommen, hätten Diesel-Fahrer vollkommen Recht, sauer zu sein – und für Kiel wäre es peinlich, sich für Fördelage und Ostseewind zu loben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus KN-Kommentare 2/3