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Meinungen Angst vor der Angst
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21:25 26.02.2016
Von Susanne Färber
Susanne Färber. Quelle: Kieler Nachrichten

Vieles ist neu für die Flüchtlinge. Zunächst nur milde belächelt, stehen einige von ihnen im Sommer an den Tennisplätzen nahe der Erstaufnahmeeinrichtung am Nordmarksportfeld und schauen den jungen Mädchen beim Training zu. Doch es werden jeden Tag mehr, sie filmen sie mit ihren Handys. Die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln haben alles verändert – ein erster Riss in diesem guten Gefühl. Angst schleicht sich ein, das diffuse Gefühl, das es der Vernunft immer schwerer macht, zu sagen, wir schaffen das...

Und nun? Nun werden drei Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren mitten am Tag im Einkaufszentrum Sophienhof in Kiel von zwei afghanischen Asylbewerbern massiv belästigt. Sie fotografieren oder filmen die jungen Frauen mit ihren Mobiltelefonen im Restaurantbereich des Einkaufszentrums. Und schon kurze Zeit später stoßen mehr als 20 Personen mit Migrationshintergrund hinzu, belästigen und verfolgen die Mädchen. Passanten, Wachdienst und Polizei müssen eingreifen. Nein, das ist kein gutes Gefühl mehr.

Mitten am Tag, mitten im Einkaufszentrum. Die Wut darüber, dass einige wenige Flüchtlinge so viel kaputt machen, wächst – ebenso wie die Unsicherheit. Nein, wir wollen Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht stellen, wir wollen den Migranten auch in Zukunft ganz offen begegnen können, wir wollen ihnen helfen und zeigen, wie sie hier friedlich mit uns leben können. Aber eines wollen wir nicht – Angst haben müssen. Angst, dass schon ein freundlicher Blick von uns von ihnen falsch gedeutet und als Einladung verstanden wird. Angst haben müssen, wenn unsere Töchter im Sommer Stunden am Strand oder im Freibad genießen möchten. Oder Angst haben müssen, weil unsere Töchter sich schon jetzt auf fröhliche Tage im Trubel der Kieler Woche freuen.

Es wäre so schade, wenn diese Angst wachsen würde, wenn Frauen glauben, nur noch mit gesenktem Blick durch die Straßen gehen zu können, wenn sie in der Dunkelheit nicht mehr das Haus verlassen mögen und ihren Kindern aus Furcht vor Übergriffen viel zu viel verbieten. Wir wollen nicht, dass diese Angst uns einnimmt. Und: Wir wollen uns von einigen kriminellen Flüchtlingen nicht das gute Gefühl nehmen lassen. Deshalb muss es jetzt heißen, wir schaffen das nur, wenn „Grundregeln ausnahmslos für alle gelten“, wie es OB Ulf Kämper gestern treffend formuliert hat.

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