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Meinungen Anne Gramm zur Plakatkampagne der SPD
Mehr Meinungen Anne Gramm zur Plakatkampagne der SPD
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00:18 02.08.2013
Von Anne Gramm
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Der sich aus dem Kleinklein der Tagespolitik weitgehend heraushält und deshalb keinen Grund für Widerspruch liefert? Der SPD blieb wenig anderes übrig, als genau dieses Bild von Angela Merkel im Wahlkampf zu thematisieren. Und sie hat dafür die richtige Tonlage gefunden: witzig, für jedermann verständlich, nicht menschlich verletzend. Ob allerdings eine Anti-Merkel-Plakatkampagne hilft, das Allzeithoch der Kanzlerin nachhaltig zu beschädigen, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Da dürfte das Klinkenputzen für Peer Steinbrück vermutlich mehr Prozentpunkte bringen. Fünf Millionen Hausbesuche, das bedeutet, mit mindestens zehn Millionen Menschen ins Gespräch zu kommen und dabei nicht nur Wahlkampfslogans zu verbreiten, sondern politische Konzepte zu erläutern. Denn das ist ganz offensichtlich das, was dem Kandidaten am meisten helfen kann: Lässt man ihm Zeit, seine Zukunftsstrategie zu entwickeln und zu begründen, fällt die Kritik vergleichsweise verhalten aus; muss Steinbrück sich aber in den berühmten anderthalb Minuten im Rundfunk verkaufen, liefert er dem politischen Gegner regelmäßig Anlass, ihn mit Spott und Häme zu übergießen.

Die persönliche Ansprache im Haustür-Wahlkampf als Gegenentwurf zur präsidialen Kanzlerin – es gab schon schlechtere Konzepte für einen Wahlkampf. Was das bringt, weiß Deutschland in 53 Tagen.

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