Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Meinungen Anne Holbach zur Insolvenz von Klinck
Mehr Meinungen Anne Holbach zur Insolvenz von Klinck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:15 29.11.2018
Von Anne Holbach
Anne Holbach ist Wirtschaftsredakteurin der Kieler Nachrichten. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Es wird fleißig geföhnt, gefärbt, geschnitten. So kam die Insolvenznachricht für viele überraschend – selbst für manchen Klinck-Angestellten.

Das Problem ist nicht, dass weniger Menschen zum Friseur gehen. Anders als im Einzelhandel gibt es auch keine Konkurrenz aus dem Internet. Es sind sinkende Umsätze bei steigenden Löhnen, die der Kieler Kette zu schaffen machen. Dass das Personal der größte Kostenfaktor ist, ist nicht zuletzt eine Folge des Mindestlohnes, der zum Glück dafür sorgt, dass Friseure mehr verdienen und Wertschätzung erfahren, als das lange Zeit der Fall war. Vielleicht hat Klinck nicht rechtzeitig reagiert und lieber dem Kunden weiter günstige Schnitte angeboten, als seine Preise zu erhöhen. Schließlich ist der Wettbewerb ums Haareschneiden hart. Die Zahl der Friseure nimmt bundesweit seit Jahren zu.

Laut Branchenkennern sind es aber vermehrt Minisalons mit keinem oder nur wenigen Angestellten, die sich durchsetzen. Und Handwerksbetriebe, die nicht auf Massenabfertigung setzen. Günstige Schnitte rechnen sich allerdings nur, wenn eine hohe Kundenzahl durchgeschleust und im Akkord geschnitten wird. Wie der Fall Klinck zeigt, ist das ein Konzept, das eine ganze Kette in Schieflage bringt, wenn nur ein kleiner Teil der Salons nicht Schritt halten kann.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

E-Zigaretten gelten als die harmlose Alternative zum Glimmstengel. Doch das ist ein fataler Trugschluss, meint Heike Stüben.

Heike Stüben 29.11.2018

Mittwoch, der 28. November 2018, wird als Tag in die Geschichte eingehen, an dem Hamburg und Schleswig-Holstein ihre Drama-Bank endgültig verkaufen konnten. Aber unter dem Erbe der HSH Nordbank werden Generationen leiden, meint Ulrich Metschies.

Ulrich Metschies 28.11.2018

Eine bittere Botschaft für Kiel: Mit dem Verkauf der HSH Nordbank verliert die Landeshauptstadt viele Top-Arbeitsplätze. Aber eine neue Lebensversicherung für den Standort Kiel wollte und konnte das Land angesichts des HSH-Milliarden-Flops nicht abschließen, meint Ulf B. Christen.

Ulf B. Christen 28.11.2018