5 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Anne Holbach zu Ernteausfällen durch Regen

Kommentar Anne Holbach zu Ernteausfällen durch Regen

Für den Otto Normalbürger ist dauernder Regen nervig, aber zu verschmerzen. Landwirte kostet das schlechte Wetter dagegen nicht nur Nerven, sondern richtig Geld. Wenn Bauern jetzt keinen Winterweizen säen können, gehen ihnen Beträge von 1600 bis 1800 Euro pro Hektar verloren.

Wenn die Ernte ins Wasser fällt, bleibt bare Münze auf dem Acker stehen. Natürlich kann man nun wetterresistente Sorten züchten oder nach staatlicher Unterstützung rufen, um die Ernteausfälle abzufedern. Eine langfristige Lösung ist das aber nicht.

Die Bauern müssen davon ausgehen, dass solche Wetterextreme – sei es Starkregen oder Dürre – in Zukunft häufiger werden. Schuld ist der Klimawandel, an dem die Landwirtschaft selbst nicht ganz unschuldig ist. Gemeinsam mit der Forstwirtschaft ist sie für fast ein Viertel aller weltweit ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich. Damit die Wetterkapriolen nicht Existenzen gefährden, müssen Landwirte verantwortungsvoll mit der Natur umgehen und sich zugleich stärker um Risikovorsorge kümmern.

Es braucht finanzielle Absicherung wie die Mehrgefahrenversicherungen. Doch die Prämien für diesen Schutz vor Sturm und Co. sind nicht günstig und für viele Landwirte nicht allein zu stemmen. Andere europäische Länder wie Frankreich oder Italien bezuschussen ihre Bauern kräftig, wenn sie solche Versicherungen abschließen. Deutschland könnte sich da etwas abschauen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

Mehr aus Meinungen 2/3