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Meinungen Anne Holbach zu Fake-Urteilen im Netz
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17:03 13.03.2019
Von Anne Holbach
Anne Holbach kommentiert die Fake-Bewertungen im Internet. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Wer sich im Internet Bewertungen durchliest, sucht nach Orientierung. Beim Scrollen durch die Rezensionen zählt bei den meisten Menschen nur der erste Eindruck: viele gute Bewertungen gleich gute Zahnarztpraxis. Was zählt, ist der schöne Schein. Die Verlockung für Firmen oder Arztpraxen, sich da ein besseres Image zu erkaufen, ist groß – vor allem, weil im Internet eher gemeckert als gelobt wird. Fair ist das aber weder den Patienten noch den Mitbewerbern gegenüber. Eigenlob hat schon immer gestunken.

Natürlich ist der Konkurrenzdruck gerade in Städten mit vielen Mitbewerbern groß. Und wer Bestnoten im Netz hat, taucht weit oben im Suchfeld auf. So hat eben nicht unbedingt der beste Service den Erfolg, sondern derjenige mit den meisten Sternen. Nur wenige Verbraucher machen sich wohl die Mühe und forschen nach, wer hinter den kurzen Texten steckt. Doch auch wenn die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, eher klein ist, darf weder ein Zahnarzt noch eine Firma der Versuchung erliegen, seine Reputation zu schönen. Das gebietet nicht nur die ärztliche und unternehmerische Moral, das ist auch wettbewerbsrechtlich verboten.

Es kann ja sogar sein, dass die besagte Zahnarztpraxis und ihre Mitarbeiter einen guten Job machen. Dann sollte sie es aber nicht nötig haben, ihre potenziellen Neupatienten so hinters Licht zu führen. So wird Vertrauen verspielt, das gerade in der Medizin so wichtig ist. Verbraucher können daraus nur eine Konsequenz ziehen: Sie müssen misstrauisch bleiben.

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