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Christian Hiersemenzel zum AKW

Kommentar Christian Hiersemenzel zum AKW

Diese Meldung elektrisiert. In ein paar Jahren wird in Brokdorf Schleswig-Holsteins letztes verbliebenes Atomkraftwerk abgeschaltet, und das ist zunächst mal eine gute Nachricht.

Wie problematisch Kernkraft ist, offenbaren die Schwierigkeiten, den Müll zu entsorgen – und dabei ist längst nicht mehr nur von alten Brennstäben die Rede, die in irgendwelchen Castoren gelagert und transportiert werden, bis die Welt eine schlauere Lösung gefunden hat. Es geht auch um angeblich unbelasteten Gebäudeschutt, der nach dem Abriss irgendwo entsorgt werden muss. Nachbarn von Deponien sind alarmiert, weil sie befürchten, dass Reststrahlung ins Grundwasser sickern könnte. Wer diese Angst nicht verstehen kann, der sollte sich fragen, ob er neben einer solchen Halde seine Kinder spielen lassen würde.

Jetzt allerdings gibt es kein Zurück mehr. Und für die Kieler Landesregierung, besonders aber für den grünen Energiewendeminister Robert Habeck beginnt der schwierigere Teil der Arbeit. Wenn doch Atomkraftwerke schon bald der Vergangenheit angehören und wir alle trotzdem Strom brauchen, muss der Wechsel zu regenerativen Energien möglichst zügig gelingen. Noch ringen Land und Bürger darum, an welchen Standorten Windräder errichtet werden dürfen, und es ist unklar, ob es der Regierung gelingt, die breite Mehrheit auf ihre Seite zu ziehen. Der Knoten ist längst noch nicht durchgeschlagen. An diesem Montag wollen zwei Bürgerinitiativen Protestunterschriften vorlegen.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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