15 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Christian Hiersemenzel zum Windkraft-Urteil

Kommentar Christian Hiersemenzel zum Windkraft-Urteil

Die drei Kläger sollten sich nicht zu früh freuen. Zwar haben die Energiebetreiber gestern vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig gewonnen: Dithmarschen hat 29000 Hektar vorerst zu Unrecht zum Landschaftsschutzgebiet erklärt, um den Bau weiterer Windräder zu verhindern.

Schon heute aber weist der Kreis 3,2 Prozent seiner Flächen für Windkraft aus und ist damit überproportional belastet. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Landesplanern steht aber noch aus. Und in Kiel hat sich der politische Wind gedreht.

Im vergangenen Jahr hatte die Staatskanzlei, die damals federführend mit der Landesplanung befasst war, den Kreisen ausdrücklich empfohlen, noch schnell Landschaftsschutzgebiete auszuweisen. Auf diese Weise konnten Landräte und Kreistage zumindest auf einem Teil ihrer Flächen die energiepolitisch zwar nötigen, gesundheitlich und ästhetisch aber zumindest fragwürdigen Turbinen verhindern. Dachten sie jedenfalls. Nordfriesland und Plön, wo man dieser Aufforderung ebenfalls folgte, dürften den Fortgang der Verhandlungen zwischen Dithmarschen und Landesregierung gespannt verfolgen. CDU und FDP hatten im Wahlkampf versprochen, bei der Energiewende möglichst viele Bürger mitzunehmen. Sollten in Dithmarschens Hoher Geest und dem Rüsdorfer Moor künftig doch Turbinen errichtet werden, wäre das für die Kommunalpolitik im ganzen Land eine volle Breitseite.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

Mehr aus Meinungen 2/3