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Christian Hiersemenzel zum Zukunftslabor

Kommentar Christian Hiersemenzel zum Zukunftslabor

Lange Zeit hieß es, der Grüne Arfst Wagner habe mit dem Zukunftslabor sein Lieblingsthema in den Jamaika-Koalitionsvertrag hineinverhandelt, damit man dort endlich über das bedingungslose Grundeinkommen BGE diskutiert. Aber das ist bloß die halbe Wahrheit.

Nicht nur, dass selbst seine Parteifreunde beim Stichwort BGE schon lange mit den Augen rollen – zu stark ist in Deutschland das Leistungsethos verankert. Fast noch wichtiger ist die Beobachtung, dass auch die FDP das Thema umtreibt. Bloß dass die Liberalen das Grundeinkommen in eine ganz andere Richtung drehen wollen, um auf diese Weise teure Bürokratie über Bord zu werfen und die Menschen in die Eigenverantwortung zu entlassen.

Die Nord-Union hat es mit einer veränderungswilligen Allianz zu tun, und darin steckt die Chance: Schleswig-Holsteins Sozialpolitiker müssen sich dringend Gedanken machen, wie wir damit umgehen wollen, dass plötzlich die Maschine den Busfahrer ersetzt, dass der Computer selbstständig Texte schreibt und der Roboter einen Teil der Altenpflege übernimmt. Künftig sind andere Modelle gefragt, die Arbeit wieder als das wertschätzen, was sie neben dem Geldverdienst auch noch ist: die Möglichkeit gesellschaftlicher Teilhabe, wie der Grüne Wagner so richtig sagt. Der Vater des Zukunftslabors muss allerdings damit rechnen, dass sich sein Kind in eine andere Richtung entwickelt, als er sich das einmal vorgestellt hat.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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