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Meinungen Christian Hiersemenzel zur Parität
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20:43 08.03.2019
Von Christian Hiersemenzel
Christian Hiersemenzel kommentiert die Paritätsdebatte. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Da ist sie wieder, die alte Koalition zwischen SPD und Grünen. Wer gestern die Paritätsdebatte im Kieler Landtag erlebt hat, rieb sich unwillkürlich die Augen: Die Konfliktlinie verlief mitnichten zwischen Opposition und Koalition, sondern mitten durch Jamaika. Darüber konnte auch der mutige Vorstoß von CDU-Frauenministerin Sabine Sütterlin-Waack nicht hinwegtäuschen, die für Schleswig-Holsteins Landtagswahlen eine Tandemlösung vorschlug: Die Parteien sollten in jedem Wahlkreis sowohl einen Mann als auch eine Frau nominieren. Ihre Argumente prallen bisher an der Basis des eigenen bürgerlich-konservativen Milieus ab.

Die nächsten Monate wird also weiter diskutiert. Was dabei herauskommt? Vermutlich nichts. Dabei hat sich die CDU bei ihrer Parteiklausur in Damp gerade auf den Weg gemacht, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Und man glaubt Parteichef Daniel Günther, wenn dieser sagt, dass er die Gleichberechtigung derzeit für eine der zentralen Fragen im Landesverband hält. Vorschreiben lassen will sich die Basis ihre Reformen aber nicht – schon gar nicht aus der linken Ecke. In der FDP ist das ähnlich.

Beiden Parteien sei zugerufen: Ja, die Quote ist Mist. Aber ohne Quote bleibt Parität unerreichbar. Wenn Männer und Frauen doch verschieden sind, die Welt anders sehen und unterschiedlich kommunizieren, muss die Konsequenz sein, das auch in den Parlamenten zu spiegeln. Grüne und SPD machen längst vor, dass ihre Spitzenpolitikerinnen alles andere als Quotenfrauen sind.

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