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Meinungen Christian Longardt zum Terror von London
Mehr Meinungen Christian Longardt zum Terror von London
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07:00 06.06.2017
Von Christian Longardt
Chefredakteur Christian Longardt spricht über Angstmacher und Mutmacher. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Wer sich für die pure Entspannung entschieden hatte, der verpasste viele schreckliche Bilder, aber auch berührende Momente, die Mut machen, ganz im Sinne der christlichen Pfingstbotschaft: weltweit den Geist von Frieden und Freiheit zu verbreiten, zusammenzustehen für Menschenwürde und Menschlichkeit.

Da war am Freitagabend der Terroralarm bei „Rock am Ring“, der aus heiterem Himmel kam und auf den Zehntausende junger Leute doch so vorbildlich, so erstaunlich ruhig reagiert haben. Wie die gewaltige Menge trotz akuter Bedrohung singend das Festivalgelände verließ und am Wochenende in der Eifel fröhlich weiter feierte, das war eine wunderbare Antwort auf jene Verblendeten, die mit ihren Attacken auf die westliche Pop- und Rockkultur Angst und Schrecken verbreiten wollen. Ihr werdet nicht siegen, wir lassen uns die Lebensfreude nicht nehmen – diese Reaktion war so spontan wie beeindruckend.

Die Tragödie von Manchester war da gerade ein paar Tage her, das macht das Verhalten der „Rock-am-Ring“-Besucher noch bemerkenswerter. Am Wochenende kehrte Ariana Grande nach Manchester zurück, auf deren Konzert Ende Mai 22 Fans zu Tode gekommen waren, manche davon noch Kinder. Als Fest gegen den Terror war das Benefiz-Konzert am Sonntag gedacht, zu dem neben Grande ein Dutzend weiterer Künstler mit Tränen in den Augen gegen das Leid der Stadt ansang – niemand konnte bei der Planung ahnen, dass Großbritannien da schon von einem weiteren furchtbaren Ereignis getroffen sein würde.

„Genug ist genug“ – nach dem Anschlag auf das Herz von London antwortete Premierministerin May mit einer Mischung aus Trotz, Hilflosigkeit und Kampfansage an einen Gegner, von dem auch die britische Regierung weiß: Selbst mit noch so viel Härte, noch so strengen Gesetzen, noch so viel Einsatz von Polizei und Geheimdiensten ist diesem Wahnsinn nicht beizukommen. Kein Staat der Welt kann verhindern, dass ein Fahrzeug plötzlich in eine Menschenmenge gesteuert wird, dass Terrorkommandos mit Messern Passanten jagen und ermorden. London hat gezeigt, dass die Demokratie bei aller gebotenen Wehrhaftigkeit am Ende wehrlos ist gegen diese Art roher, brutaler Gewalt.

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