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Florian Hanauer zur Einbruchsaison

Kommentar Florian Hanauer zur Einbruchsaison

Die Polizeibeamten sind noch zurückhaltend, wenn es um die sinkenden Einbruchszahlen geht, die sich in diesem Jahr abzeichnen. Kein Wunder – sie wissen sehr genau, dass die Saison der Einbrüche mit Beginn der dunklen Jahreszeit noch bevorsteht, und sich die Lage noch gehörig ändern kann, wenn zum Beispiel neue Diebesbanden im Norden anrücken sollten.

Doch fest steht: In den ersten neun Monaten des Jahres sind die Einbrüche in Schleswig-Holstein zurückgegangen, recht kräftig sogar. Das ist eine wichtige Nachricht. Denn neben der Gewaltkriminalität gibt es kaum ein Deliktsfeld, das so viele Bürger so sehr in ihrer Privatsphäre trifft, und auf das sie so sensibel reagieren, wie ein Einbruch in die eigenen vier Wände.

Zudem zeigt sich jetzt, dass Maßnahmen wie die stärkere länderübergreifende Zusammenarbeit der Polizei helfen. Auch die erst jüngst beschlossene Verschärfung des Strafmaßes könnte bereits abschreckend wirken: Einbrüche sollen danach wie Körperverletzungen behandelt und mindestens einem Jahr Haft bestraft werden.

Beunruhigend ist es aber weiterhin, dass die Aufklärungsquote bei Einbruchdiebstahl niedrig ist. Gerade einmal um die zehn Prozent der Fälle wurden im vergangenen Jahr aufgeklärt. Deshalb kann von Entwarnung keine Rede sein. Am Ende können die Bürger, neben dem Vertrauen in die staatlichen Sicherheitsorgane, auch selbst etwas tun. Dazu gehört, Fenster und Türen besser zu sichern, aber auch, den Notruf zu wählen, wenn sie etwas Verdächtiges bemerken.

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