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Frank Behling zu den U-Boot-Problemen

Kommentar Frank Behling zu den U-Boot-Problemen

Die U-Boote von TKMS aus Kiel fahren weltweit. Die Marine Italiens hat vier baugleiche Boote wie die der deutschen Marine im Mittelmeer zwischen Haifa und Gibraltar im Einsatz. Auch nicht ganz ohne Havarien, wie die Kollision des italienischen U-Bootes „Scire“ mit einem Frachter zeigte.

Gleichwohl sind die italienischen U-Boote des Typs 212A aktiver Teil der italienischen Sicherheits- und Außenpolitik. Davon können deutsche U-Bootfahrer nur träumen.

 Die Ursache liegt im System. In Deutschland sind Soldaten nur die Nutzer. Verantwortlich für die Bereitstellung von Haushaltsmitteln und Ersatzteilen sind der Bundestag, das Ministerium und die Rüstungsbehörde BAAINBW. Der deutsche Soldat bekommt nur das gestellt, was die Politik genehmigt und zivile Beamte dann anschaffen.

 Dieser Dienstweg macht den Betrieb einer modernen Flotte nahezu unmöglich. So gut wie keine Werftüberholung verläuft noch im Zeitplan. Bestellt werden dürfen Ersatzteile erst dann, wenn etwas kaputt ist. Vorräte und Depots sind leer. Das Ergebnis ist jetzt Stillstand. Bei der Kieler Werft TKMS liegen vier U-Boote im Gesamtwert von rund zwei Milliarden Euro nutzlos herum. Bei „U 35“ fehlt ein Ruderblatt, bei „U 32“ sind es Fahrbatterien. Dazu kommen noch die normalen Wartungen. Die Lösung dieses Dilemmas kann es nur geben, wenn wieder für den Ernstfall geplant wird. Nur dann kann die Bundeswehr auch Sicherheit produzieren.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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