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Frank Behling zum neuen Segelschulschiff von China

Kommentar Frank Behling zum neuen Segelschulschiff von China

Seit dem Wochenende ist der Kieler Toppsegelschoner „Thor Heyerdahl“ mit Schülern der 10. Jahrgangsstufe auf dem Weg über den Atlantik in die Karibik. Ein halbes Jahr lernen Jungen und Mädchen an Deck und in den Masten die Bedeutung von Rücksichtnahme und Teamwork auf See. Seit fast 60 Jahren gilt das auch für die Marinesoldaten auf der „Gorch Fock“.

Der 89 Meter lange Stolz der Marine liegt aber seit nunmehr fast zwei Jahren in der Werft. Der Weg der Sanierung erfordert Ausdauer und sehr viel Geld. Wie man zügig solch ein Schiff neu baut, zeigt der Blick nach Osten.

Chinas Marine bekommt in nur 18 Monaten ein ähnliches Schiff. Das Land ist kein Maßstab für europäische Richtlinien bei Demokratie, Umweltschutz und Arbeitnehmerrechten. Jedoch liegen selbst in Europa inzwischen Welten zwischen der Beschaffung für die Bundeswehr und dem, was in der EU üblich ist.

So plant die Deutsche Marine für den Ersatzneubau eines Segelschulschiffes zwischen 80 und 120 Millionen Euro ein. Damit nähert sich ein von der Bundeswehr geplantes Segelschulschiff der kalkulatorischen Richtgröße für Megayachten mit einer Million Euro pro Meter Schiffsrumpf. Gründe für diese Kostenexplosion finden sich in der Fülle an Verordnungen, Vorgaben und extrem hohen Sicherheitsvorschriften für deutsche Soldaten.

Die Marine kann nichts dafür, sie muss damit leben, was sie bekommt. Schuld ist die überbordende Bürokratie bei der Rüstungsbeschaffung. Hier muss die Reform der Bundeswehr endlich Wirkung zeigen.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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