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Frank Behling zur russischen Marine vor Schottland

Kommentar Frank Behling zur russischen Marine vor Schottland

Russlands Marine hat sich für ihre Dezember-Manöver den optimalen Zeitpunkt ausgesucht. Die Durchfahrt ihrer modernsten Lenkwaffenfregatte „Admiral Gorshkov“ durch die Meerenge zwischen Schottland und den Orkney-Inseln an Heiligabend garantierte Schlagzeilen und Aufmerksamkeit.

Diese benötigt die gebeutelte russische Marine dringend. 26 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion besteht der Kern der russischen Flotte immer noch aus der Zeit, als Hammer und Sichel die Kriegsflagge zierten. Machtdemonstrationen sind wichtiges Mittel russischer Propaganda. Russlands Marine konnte deshalb zumindest am ersten Weihnachtsfeiertag einen Erfolg verbuchen. Sie überraschte Briten und Nato mit einer Fülle an Aktivitäten. Die „Admiral Gorshkov“ verdrängte im Vereinten Königreich selbst das Dauerthema Brexit von den Titelseiten.

Bei ihrer maritimen Unabhängigkeit verstehen die Nachkommen von Admiral Nelson allerdings keinen Spaß. Die britischen Streitkräfte reagierten sofort mit militärischen Mitteln. Schiffe und Hubschrauber geleiteten die russischen Schiffe aus dem Küstenbereich. Danach „schlug“ das Empire gleich zurück. Ob gewollt oder Zufall: Soldaten der in Estland stationierten Panzereinheit „The Royal Welsh“ trugen nahe der russischen Grenze ein Weihnachts-Rugby-Turnier im Schnee aus und stellten ein Video davon ins Internet. Muskelspiele können eben vielfältiger Natur sein.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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