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Meinungen Heike Stüben zur Altersarmut
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10:00 04.12.2018
Von Heike Stüben
Heike Stüben kommentiert die Altersarmut. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Nach einer Studie der EU-Kommission ist die Sorge um die Alterssicherung in Deutschland am zweithöchsten. Nur in der Tschechischen Republik ist die Angst vor Altersarmut noch größer. Und die Menschen liegen damit richtig, wenn man sich die Zahlen der neuen Pestel-Studie ansieht: In Bundesländern mit einem besonders großen Niedriglohnsektor wie Schleswig-Holstein müssen besonders viele Menschen mit Renten rechnen, die noch nicht einmal das Niveau der Grundsicherung erreichen.

Da beruhigt auch der Hinweis auf einen Partner mit vielleicht höherem Einkommen, auf private Vorsorge und eine Immobilie als Alterssicherung nicht. Denn die Zahl der Single-Haushalte ist so hoch wie nie. Und während im OECD-Durchschnitt 67 Prozent auf eine Immobilie zurückgreifen können, sind es in Deutschland nur 50 Prozent. Man kann sich vorstellen, dass das nicht gerade die Geringverdiener von gestern sind. Und wer mal länger als ein Jahr arbeitslos war, musste die Immobilie sowieso schon zu Geld machen. Auch die 17 Prozent Kapitalvermögen aus privaten Lebens- und Rentenversicherungen sind eher nicht bei denjenigen zu finden, die auf die Altersarmut zusteuern.

Wie also haben es Länder wie Österreich geschafft, dass man dort mit einem etwas höheren Rentenbeitragssatz nach 30 Jahren mindestens 1022 Euro Rente erhält – unabhängig davon, wie viel man eingezahlt hat? Ein wesentlicher Grund: Dort zahlen – wie in der Schweiz – ausnahmslos alle ins Rentensystem ein. Doch das wird in Deutschland nicht angepackt.

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