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Meinungen Heike Stüben zur Pflegeversicherung
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10:00 26.11.2018
Von Heike Stüben
Heike Stüben ist Redakteurin bei den Kieler Nachrichten. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Das alles ist legal und politisch sogar gewollt: Die Pflegeversicherung sollte mehr Markt in die Pflege bringen. Dass börsennotierte Konzerne das nutzen und für eine zunehmende Konzentration in der Branche sorgen, kann man ihnen kaum vorwerfen. Ebenso verständlich ist aber die Kritik der Bürger daran: Sie haben das Gefühl, dass hier alte Menschen der Kommerzialisierung anheim fallen, abgesichert durch den Steuerzahler.

Dabei werden zwei Dinge übersehen: Die vollmundigen Rendite-Versprechen sind oft übertrieben. Das erste halbe Jahr fließt meist gar keine Rendite und insgesamt geht sie zurück. Lag die Netto-Anfangsrendite 2015 für erstklassige Heime noch bei 6,25 Prozent, sind inzwischen 4 bis 4,5 Prozent realistisch. Und: Immer mehr Pflegeheime sind alt und sanierungsbedürftig. Kleine Betreiber haben das Geld oft nicht und müssen entscheiden: Aufgeben? Verkaufen? Oder das Gebäude als Anlageobjekt anbieten?

Schleswig-Holstein trifft das besonders, denn mit 67 Prozent gibt es hier so viele privat betriebene Heime wie nirgendwo. Auch, weil die Kommunen ihre Heime oft verscherbelt haben. Das rächt sich nun: Sie müssen immer mehr für Sozialhilfe aufbringen, weil Bewohner ihren Eigenanteil nicht mehr bezahlen können. Die Steuerung ist der öffentlichen Hand entglitten. Pflege als Daseinsvorsorge? Der Zug ist längst abgefahren.

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