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Jan von Schmidt-Phiseldeck zu Lebensmittelskandalen

Kommentar Jan von Schmidt-Phiseldeck zu Lebensmittelskandalen

Ob BSE-Rindfleisch, Ehec-Sprossen, Dioxin-Biofuttermittel oder mit Chloramphenicol belastete Shrimps aus Asien: Die Zahl der Skandale um Lebensmittel in Deutschland nimmt gefühlt zu.

Das hat mehrere Gründe: In einem umkämpften, globalisierten Massenmarkt haben Betrüger gute Karten, gefälschte, verunreinigte oder gar vergiftete Ware in den Nahrungsmittelkreislauf einzuspeisen – immer in der Hoffnung auf schnelles Geld. Ein anderer Grund für die Häufung der Skandale ist jedoch ein immer besseres Kontrollsystem, das im Fall der verseuchten Eier aus den Niederlanden funktioniert hat.

 Seit 2004 gilt für Hühnereier EU-weit eine genaue Kennzeichnungspflicht. Mit dem Erzeugercode, der auf jedem Ei aufgedruckt sein muss, ist dessen Herkunft bis hin zum Erzeugerbetrieb und der genauen Stallnummer zurück zu verfolgen. Dennoch steht fest: Bei der Masse an Eiern, die weltweit verspeist oder in anderen Produkten verwendet werden, sind allumfassende und lückenlose Kontrollen kaum möglich. Und ehrlich gesagt auch nicht wirklich entscheidend. Denn die Diskussion um die Folgen des jüngsten Eierskandals werden bald wieder vergessen sein. Weil wir Menschen ganz häufig irrational handeln: Erst kaufen wir zwei teure Biotomaten auf dem Markt, anschließend eingeschweißte Billig-Nackensteaks beim Discounter. Und wundern uns dann, wenn der nächste Schweinefleisch-Skandal aufgetischt wird.

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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