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Jan von Schmidt-Phiseldeck zum Heizen mit erneuerbaren Energien

Kommentar Jan von Schmidt-Phiseldeck zum Heizen mit erneuerbaren Energien

Auch wenn uns Lobbygruppen hartnäckig vom Gegenteil überzeugen möchten: Ausschließlich das Heizen mit erneuerbaren Energien ist echte Zukunft und ein Teil der Energiewende, die Klimaschutz als oberstes Ziel hat. Die Wirklichkeit in deutschen Heizungskellern sieht (noch) anders aus.

13,1 Millionen Gas- und 5,8 Millionen Ölheizkessel stehen jeweils nur etwa 900000 Biomasse- oder Wärmepumpenanlagen gegenüber. Ähnlich wie bei der E-Auto-Förderung, die bislang kaum Wirkung zeigte, hat auch das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien, kurz Map, noch viel Luft nach oben.

Etwa 300 Millionen Euro stellt das Bundeswirtschaftsministerium jährlich zur Verfügung, um Eigenheimbesitzern, Unternehmen oder Kommunen die Wärmewende schmackhaft zu machen. Gut gedacht heißt dabei aber nicht gut gemacht: Hausbesitzer müssen nämlich, bevor sie den Handwerker beauftragen, einen Förderantrag für die staatlichen Zuschüsse stellen. Erst nach positiver Eingangsbestätigung kann dann gebaut werden, innerhalb von neun Monaten muss die neue Heizungsanlage bereits installiert sein.

Hier zeigt sich, was passieren kann, wenn zu viel Bürokratie auf Lebenswirklichkeit trifft. Die Auftragsbücher von Schleswig-Holsteins Heizungsbauern sind bereits übervoll, Wartezeiten damit sehr lang. Eine Erdwärmepumpe „mal eben“ innerhalb weniger Monate einzubauen, ist kaum umzusetzen. Wenn die Wärmewende in den nächsten Jahren Schwung entfalten soll, müssen Anreizsysteme und Bürokratie schleunigst angepasst werden.

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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