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Jan von Schmidt-Phiseldeck zur Kieler IHK

Kommentar Jan von Schmidt-Phiseldeck zur Kieler IHK

Gerecht oder ungerecht? Sinnvoll oder überflüssig? Der jahrzehntelange Streit um die IHK-Pflichtmitgliedschaft von Unternehmen hat nach dem jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichtes ein bisschen an Wucht verloren, die Kritik an den teilweise erklecklichen Beiträgen aber bleibt.

Nicht zuletzt das Versprechen der sogenannten Kammerrebellen, in Hamburg die Pflichtbeiträge in einigen Jahren ganz abzuschaffen, hat der Debatte Nahrung verschafft.

Auch deshalb wird die Ankündigung der IHK zu Kiel, die Mitgliedsgrundbeiträge 2018 zu erhöhen, bei vielen Unternehmern zumindest auf Unverständnis stoßen. In Hamburg hat die Enttäuschung über jahrelang gepflegte Traditionen zu einem Bruch und einem Wechsel der Mehrheiten in der Handelskammer geführt. Auch in Kiel stehen im kommenden Jahr Neuwahlen zur Vollversammlung an.

Unruhigen Zeiten möchte die 1871 gegründete Kieler Kammer mit einer Kommunikationsoffensive begegnen. Das Versprechen: Kritik soll nicht mehr weggelächelt werden, sondern ist willkommen, um Serviceangebote der Kammer effektiv verbessern zu können.

An diesem Versprechen, das auch einen Teil der Beitragserhöhung rechtfertigen soll, müssen sich die für die Kammer Verantwortlichen im Haupt- und Ehrenamt messen lassen. Sie müssen es jetzt schaffen, auch die vielen Skeptiker in den Mitgliedsbetrieben mit maßgeschneiderten und zeitgemäßen Angeboten zu überzeugen. Sonst könnten auch der Kieler Kammer unruhige Zeiten bevorstehen.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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