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Jens Kiffmeier zu den Pendlern

Kommentar Jens Kiffmeier zu den Pendlern

Wer pendelt, hat mehr Stress. Und ein höheres Risiko, krank zu werden. Das ist erwiesen. Trotzdem nehmen immer mehr Arbeitnehmer lange Fahrtzeiten zum Büro in Kauf. Nicht weil sie es wollen, sondern weil sie es müssen. Alternative Arbeitsmodelle sind nämlich oft noch ein Wunschtraum. Leider.

Gerade Familien müssen Zugeständnisse machen. Hohe Miet- und Immobilienpreise treiben sie raus aus der Stadt – wo jedoch die Jobs zu finden sind. Und zwar für beide Ehepartner. Das ist wichtig. Schließlich sind die Zeiten von Bundespräsidentenhaushalten, in denen sie „seinetwegen“ umzieht, vorbei. Die Folge: Die Zahl der Pendler nimmt zu – eine Tatsache, die man nicht per se verteufeln muss. Mit flexiblen Arbeitszeiten ließen sich Staus und überfüllte Züge vermeiden, ebenso mit mehr Homeoffice-Tagen und mehr Co-Working-Spaces auf dem Land. Gute Ideen gibt es genug, nur in der Umsetzung hapert es.

Studien zeigen, dass Arbeitgeber dem Wunsch der Arbeitnehmer nach mehr Flexibilität nur zögerlich nachkommen. Erst wenn der Fachkräftemangel sie zwingt, zeigen sie Bewegung – ein Fehler. Denn im Werben um kluge Köpfe kann es dann schon zu spät sein. Deshalb sollten alle Branchen endlich mehr Mut zur Veränderung aufbringen. Am Ende könnte das die Nerven auf beiden Seiten schonen. Denn ausgeruhte Arbeitnehmer sind sicherlich kein Nachteil.

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